Nemax 50 legt über 12 % zu
Aktienkurse steigen nach Leitzinssenkung

Die US-Notenbank hat am Mittwoch überraschend die Leitzinsen einen halben Prozentpunkt gesenkt. Der maßgebliche Zinssatz für Interbanken-Geldgeschäfte liegt damit in den USA künftig bei 4,5 Prozent nach bislang fünf Prozent. Der eher symbolische Diskontsatz wurde von 4,5 auf vier Prozent vermindert.

rtr/jr WASHINGTON/NEW YORK/FRANKFURT. Die Notenbank begründete den Schritt mit weiteren Abwärtsrisiken für die amerikanische Wirtschaft. Damit beträgt der Schlüsselzins für Tagesgeld 4,5 Prozent. Der Diskontsatz, der eher eine symbolische Bedeutung hat, beläuft sich nun auf 4,0 Prozent.

Bereits am 3. Januar hatte die US-Notenbank erstmals in diesem Jahr zwischen zwei regulären Sitzungen des Zinsgremiums die Sätze gesenkt. Zuletzt hatte die US-Notenbank die Zinsen am 20. März um 50 Basispunkt zurückgenommen. Die nächste reguläre Sitzung des Offenmarktausschusses ist für Mai vorgesehen.

Bereits vor der Zinssenkung herrschte an den Börsen freundliche Grundstimmung. Positive Quartalsergebnisse, "bullishe" Kommentare von Staranalystin Abbey Cohen und bessere Aussichten für das zweite Halbjahr 2001 sorgen heute für Aufwind an den Börsen. Mit Rückenwind von Nasdaq (plus 4,5 Prozent) und Dow Jones (über 10 300 Punkte) etablierte sich der Dax über der 6100er Marke, der Schwergewichte-Index am Neuen Markt, Nemax 50, legt um über neun Prozent zu.

Die Märkte wurden im Laufe des Tages vor allem von Intel beflügelt. Der weltgrößte Chiphersteller verkündete, dass sich der PC-Markt wieder erholen werde. "Die Aktie wird Rock ´n´ Roll tanzen", jubelte Analyst Terry Ragsdale von Goldmann Sachs. Und als noch Texas Instruments einen Gewinn verkündete, der über den Konsensschätzungen lag, gab es für die Kurse der gesamten Branche nur Pluszeichen. Davon profitieren konnte auch Infineon: Die Aktie gewann fast sechs Prozent hinzu.

Weiteren Schwung gab AOL Time Warner. Der größte Medienkonzern weltweit übertraf mit seinen Quartalszahlen die Konsensschätzung nicht nur um drei Cent, sondern berichtete von steigenden Abonnentenzahlen im Internetbereich. Das war Balsam für die vielen, noch offenen Wunden von Internet-Firmen.

Auch Goldman Sachs-Staranalystin Abby Cohen unterstützt den Markt mit bullishen Kommentaren. Zwar senkt Cohen die Gewinnerwartungen für den S&P 500-Index und Dow Jones-Index auf Jahressicht, sieht die Zukunft der Aktien jedoch weiter positiv. Die Chancen auf erhebliche Kursgewinne ständen außerordentlich gut, die Ertragsaussichten für das zweite Halbjahr 2001 seien positiv und eine Rezession sei unrealistisch, so Cohen.

Für den Dow Jones-Index senkt Cohen ihr Kursziel von 13 000 Punkten auf 12 500 Punkte. Das Ziel für den S&P 500-Index wurde um 100 Punkte auf 1550 Punkte reduziert. Ausgehend von dem derzeitigen Kursniveau entspricht dies beim Dow Jones Index einem Potenzial von 30 Prozent und beim S&P 500-Index 27 Prozent.

Im Neuen Markt blühte - neben den Internetfirmen - vor allem die Biotechnologiebranche auf, die von positiven mehreren positiven Analysten-Einschätzungen profitierte. So empfahl die Bankgesellschaft Berlin Qiagen (plus 14 Prozent), Macropore (plus 15 Prozent) wurde Anlegern von HSBC Trinkaus & Burkhardt nahe gelegt und Merck Fink favorisiert Medigene (plus 9,6 Prozent). Und in der Kauflaune kamen auch sogenannte Zockerwerte nicht zu kurz: Heyde steigt um über 93 Prozent, ohne dass vom krisengeschüttelten Unternehmen eine neue Meldung über den Ticker lief.

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