Nemax 50 notiert zeitweise bei mehr als 1 200 Punkten
Neuer Markt lässt auf eine Vorweihnachtsrally hoffen

Das Wachstumssegment hat seine Erholung am Mittwoch mit Nachdruck fortgesetzt. Trotz leichten Verlusten an der US-Technologiebörse Nasdaq kletterte der Nemax bis zum Handelschluss um 1,9 Prozent auf 1 127 Punkte. Der Nemax 50 stieg um 2,7 Prozent auf 1 186 Zähler.

FRANKFURT/M. Angesichts kräftiger Kursgewinne kommt am Neuen Markt eine geradezu versöhnliche Vorweihnachtsstimmung auf. Nur noch wenige Punkte fehlen, und die Kursbarometer haben seit ihren Tiefstständen um 650 Punkte wieder 100 % hinzugewonnen. Charttechniker rechnen allerdings damit, dass der Nemax 50 bei 1 260 Zählern auf einen neuen Widerstand trifft.

Wer zuletzt auf das richtige Pferd setzte, konnte Reibach machen wie in den alten Zeiten des Neuen Marktes. Zum Beispiel Kleindienst Datentechnik: Ohne fundamentale Gründe legte das Papier seit Anfang November mehr als eine Kursverdoppelung hin. Gestern verteuerte es sich um weitere 30 % auf 2,63 Euro.

Deutlich fester tendierte auch die Mühlbauer-Aktie. Der Chipkartenspezialist hatte am Vortag zwar von stagnierenden Umsätzen und geschrumpften Gewinnen berichten müssen. In einer schwierigen Branche hält er sich nach Einschätzung von Analysten jedoch wacker, was gestern mit einem Kursplus von über 22 % auf 30 Euro honoriert wurde.

Mit Neuemissionen war im ganzen Jahr hingegen kaum Geld zu verdienen. Von den elf Neuzugängen, die der Neue Markt in diesem Jahr gesehen hat, notiert nur noch die Init-Aktie über dem Emissionspreis. Lange Zeit war der Solarzellenproduzent Sunways Spitzenreiter gewesen. Dieser revidierte gestern seine Prognosen und räumte ein, erst 2002 die Gewinnschwelle nehmen zu können. Der Aktienmarkt hatte offenbar mit Schlimmerem gerechnet und reagierte mit einem Kursaufschlag von beinahe 6 % auf 3,83 Euro. Trotzdem schneidet die Aktie schlecht ab: Sie notiert ziemlich exakt bei der Hälfte des Ausgabepreises.

Keineswegs alle Umsatz- und Gewinnwarnung wurden vom Markt so gnädig aufgenommen. Biotissue, ebenfalls ein Börsenneuling, der im Dezember 2000 den Weg an die Börse fand, räumte ein, nur drei Viertel des ursprünglich in Aussicht gestellten Umsatzes zu erwirtschaften. Die diesbezüglichen Ankündigungen waren mit 1,7 Mill. Euro ohnehin eher als niedlich zu bezeichnen. Dass sich an dem erwarteten Verlust von stolzen 6 Mill. Euro nichts ändert, schmeckt den Anlegern offenbar nicht. Der Aktienkurs des Biotechnologieunternehmens brach um fast 15 % auf 9,90 Euro ein. Damit notiert das Papier um satte 60 % unter dem Ausgabepreis.

Das Telekommunikationsunternehmen Carrier 1 machte Nägel mit Köpfen, indem es auch für das Gesamtjahr 2002 Verluste ankündigte. Der Aktienkurs brach daraufhin um über 18 % auf 1,38 Euro ein.

Die Papiere des Pleiteunternehmens Micrologica verbuchten dagegen ein Kursplus von 10 % auf 0,22 Euro. Ausschlaggebend hierfür war offenbar die Ankündigung, vor Gericht einen zweiten Versuch gegen die Börse zu versuchen, die den Titel am 6. Dezember vom Kurszettel des Neuen Marktes streichen will. Der erste Versuch war im Herbst gescheitert.

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