Nemax 50 sackt unter die 700er-Marke
Nervöser Aktienhandel am Neuen Markt

Der gebeutelte Neue Markt ist am Freitag weiter in die Tiefe gerauscht und hat zwischenzeitlich ein neues Allzeittief erreicht. Bereits in den ersten Handelsminuten sackte der Nemax 50 erstmals in seiner Geschichte unter die Marke von 700 Punkten.

dpa FRANKFURT/MAIN. Gegen Mittag stürzte er auf 641,52 Punkte, so tief wie noch nie zuvor. Danach erholte sich der Auswahl-Index des Neuen Marktes trotz schlechter Vorgaben der US-Börsen wieder etwas.

Gegen 17.55 Uhr verzeichnete er ein Minus von 6,92 % auf 697,30 Punkte. Der marktbreitere Nemax Share fiel zur gleichen Zeit 5,48 % auf 728,53 Zähler. "Viele wollen einfach raus aus dem Neuen Markt, sie können das Elend dort nicht mehr sehen", sagte ein Händler. Ein weiterer pflichtete dem bei: "Es herrscht ein intakter Abwärtstrend." Der Index sei "nach unten offen."

Die Aktien des niederländischen Biotechnologie-Unternehmens Qiagen rutschten zeitweise auf den letzten Nemax 50-Rang. Das Biotech- Unternehmen hatte am Vorabend nach Börsenschluss eine Gewinn- und Umsatzwarnung für das dritte Quartal herausgegeben. Der Kurs sackte bei sehr hohen Umsätzen um 8,97 % auf 13,81 Euro. Zeitweise verlor das Qiagen-Papier mehr als 25 %.

IDS Scheer verlieren an Wert

"Die Gewinnwarnung und nichts anderes hat Qiagen in den Kurssturz getrieben", sagte ein Frankfurter Händler. Das Unternehmen hatte die Warnungen mit dem zeitweisen Ausfall von Transport-Dienstleistungen in Folge der Anschläge in den USA begründet. Es rechnet für das vierte Quartal wieder mit einer besseren Auftragslage.

Auch die Aktien des Beratungs- und Software-Unternehmens IDS Scheer AG büßten kräftig ein. Sie stürzten um 16,62 % auf 6,42 Euro. Nachrichten, die diesen Kursrutsch rechtfertigen könnten, gebe es nicht, sagte ein Händler. "Es ist ein sehr aggressiver Verkäufer im Markt." Der Titel habe sich im Neuen Markt lange gehalten. "IDS ist eine richtig solide, weltweit aufgestellte Firma". Ein weiterer Händler sagte: "IDS Scheer ist mit Sicherheit kein schlechtes Unternehmen, aber das interessiert im Moment niemanden."

Gericom gegen den Trend

Dem allgemeinen Abwärtssog entzogen sich die Aktien des im Nemax All Share gelisteten Notebook-Herstellers Gericom AG. Sie legten um 14,78 % auf 19,80 Euro zu. Das österreichische Unternehmen erwartet nach eigenen Angaben im vierten Quartal eine Absatzsteigerung bei Notebooks von mehr als 100 % im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal.

Das sei angesichts der Börsenlage eine gute Nachricht, sagte Analyst Michael Kramer von der Baden Bank AG. -Württembergischen "Und die sind derzeit selten am Neuen Markt, wo es eher Gewinnwarnungen gibt." Gericom sei "einer der interessantesten Werte".

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