Nemax 50 steigt wieder über die 1 000-Punkte-Marke
Neuer Markt: Atlantisches Tief stört Zwischenhoch

Das schwache US-Verbrauchervertrauen hat am Dienstag auch das Vertrauen am Neuen Markt erschüttert. Nach einem starken Start ging der Nemax mit einem Plus von nur noch 0,4 Prozent auf 992 Punkte aus dem Handel. Der Nemax 50 konnte sich mit einem Plus von 0,9 Prozent knapp im vierstelligen Bereich halten.

FRANKFURT/M. Bis zum Nachmittag sah es am Dienstag am Neuen Markt danach aus, dass sich zu den zwei vergangenen Börsentagen mit deutlichen Kurssteigerungen ein dritter hinzu gesellen könnte. Dazu trug auch der Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland bei, der für die kommenden Monate eine etwas erfreulichere konjunkturelle Entwicklung erwarten lässt. Erst nach der Veröffentlichung des schwachen US-Verbrauchervertrauens verließ viele Marktteilnehmer der Mut. Die Kursgewinne schmolzen dahin. Wieder ein Indiz für die These, dass viele Kurse zurzeit einzig und allein stimmungsgetrieben sind.

Für Stimmung im Unternehmen und an der Börse sorgte wieder einmal D.Logistics . Das Personalkarussell im Vorstand wurde durch eine Variante bereichert: Ex-Vorstandschef Detlef Hübner hat den Fahrschein für eine neue Runde gelöst, nachdem er erst vor drei Wochen von der Position zurückgetreten war. Die Kapriolen an der Spitze bildet auch der Aktienkurs ab. Nach einer Talfahrt bis auf weniger als 2 Euro, stieg das Papier am Dienstag um 29 % auf 2,47 Euro. Von Analysten wird dies aber nicht als Vertrauensbeweis gewertet. Es sei vielmehr die Reaktion darauf gewesen, dass die Altaktionäre einen drohenden Liquiditätsengpass beseitigt haben.

An der Börse mittlerweile höher bewertet als D.Logistics wird die Microlog Logistik: Am Dienstag teilte die Firma mit, dass sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen 2001 auf 10,6 Mill. Euro fast verdreifacht hat, der Umsatz auf knapp 200 Mill. Euro sogar noch stärker gestiegen ist. 2002 soll das Ergebnis weiter um bis zu 60 % steigen, was die Anleger am Neuen Markt mit einem Plus von 3,9 % auf 19,53 Euro honorierten.

Weiter abwärts auf mittlerweile 8,35 Euro ging es dagegen mit dem Papier des Konzertveranstalters Deag, nachdem der Kurs am Morgen zeitweise zweistellig im Plus notiert hatte. Deag musste einräumen, dass die Verluste der Musical-Tochter Stella im Geschäftsjahr 2001 die Erträge stärker als erwartet belastet haben. Das operative Ergebnis stieg aber dennoch zum Vorjahr um 62 % auf 9,4 Mill. Euro. Auch beim Umsatz wurde mit 289 Mill. Euro das Ziel verfehlt. Nicht honoriert wurde an der Börse die Zahlen von Grenke Leasing . Das Papier gab 1,9 % auf 21,05 Euro nach, obwohl Grenke seine Ziele erreicht hat und weiter dynamisch wachsen will.

Die Adori -Aktie verbilligte sich mangels Zukunftsperspektive um 6,7 % auf 1,82 Euro nach. Die Aktionäre des einstigen Online-Shop-Dienstleisters lehnten nach einer mehr als siebenstündigen Hauptversammlung sowohl die Liquidation als auch die Umwandlung in eine Beteiligungsgesellschaft ab. Beide Beschlüsse brachten es nur auf 68 % der Stimmen, notwendig gewesen wären 75 %.

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