Nemax 50 überholt im Absturz zeitweise den Nemax
Institutionelle kehren dem Neuen Markt den Rücken

Die Talfahrt am Neuen Markt hat sich am Dienstag weiter beschleunigt. Verluste besonders bei den Schwergewichten drückten den Nemax 50 mit einem Minus von 4,7 Prozent auf 947 Punkte. Er lag sogar zeitweise knapp unter der Notierung des Nemax, der schließlich aber bei nur 942 Zählern schloss.

FRANKFURT/M. Der Ausflug unter die Marke von 1 000 Punkten war kein Ausrutscher. Am Dienstag sorgten vor allem Verkäufe von Institutionellen Investoren dafür, dass sich die Indizes am Neuen Markt weiter nach unten orientieren. Damit wiederholt sich das gleiche Spiel, das schon bei der Talfahrt im Herbst zu beobachten war. Wenn es weltweit an den Börsen nach unten geht, steigen vor allem die Großanleger aus dem Neuen Markt aus. Dadurch werden die Ausschläge an dem auch ansonsten vergleichsweise volatilen Markt noch verstärkt. Sicheres Indiz für den Rückzug von Institutionellen ist, dass der Nemax 50 erstmals seit Monaten zumindest für Stunden unter dem alle Werte umfassenden Nemax-All-Share notierte.

Weiter auf der Verkaufsliste stehen Mobilcom-Papiere. Die Differenzen der Büdelsdorfer mit ihrem Großaktionär France Télécom über Milliardeninvestitionen und Zahlungszusagen drückten den Kurs mit einem Minus von 10,8 % auf 15,32 Euro. Die Analysten der Privatbank Merck Finck haben die Aktie des Telekommunikationsanbieters auf Grund des Streits von "Kaufen" auf "Verkaufen" herabgestuft und sehen sogar die ferne Gefahr, dass Mobilcom mit seinen Milliardenschulden ohne einen verlässlichen Partner im Rücken zu einem Pennystock werden könne. Seit Jahresbeginn hat der Titel bereits mehr als ein Drittel an Wert verloren.

Unter großem Verkaufsdruck litten von den großen Werten neben der irischen Trintech (- 13 %), die schlechte Zahlen präsentierte (Seite 22), auch Primacom. Die Aktie, die im März den Nemax 50 verlassen muss, gab 13 % auf 2,20 Euro nach. Belastend für Primacom dürfte auch das Gerangel zwischen dem Kartellamt und Liberty Media über die Zukunft des deutschen TV-Kabelmarktes sein. Liberty ist über die Tochter UPC an Primacom beteiligt.

Auch die echten Schwergewichte Aixtron (- 7,5 %), Medion (- 5,6 %), T-Online (- 4,8 %) und Comdirect (- 5,8 %) wurden mit in den Abwärtsstrudel gerissen.

Selbst eine Reihe guter Nachrichten hätte dem Markt in der momentanen Stimmungslage wohl nur wenig geholfen. Doch das, was die Firmen zu melden hatten, war auch nicht dazu angetan, Euphorie zu entfachen. So verkündete der Ingenieurdienstleister für die Automobilindustrie Bertrandt für das erste Quartal seines ungeraden Geschäftsjahres eine leichte Umsatz- und Ergebnissteigerung. Das reichte aus, um den Kurs relativ stabil zu halten. Stabil halten konnte Computerlinks nur seinen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen. An der Börse erhielt das Papier einen Dämpfer. Die Aktie verlor 8,5 % auf 10,10 Euro. Noch härter traf es den Internet-Dienstleister Digital Advertising. Den Umsatzrückgang im dritten Quartal quittierten die Anleger mit einem Abschlag von 11 % auf 0,83 Euro.

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