Nemax 50 überspringt wieder die Marke von 1 100 Punkten
Am Neuen Markt herrscht zwischen den Zinsentscheidungen Ruhe

Obwohl die US-Notenbank die Zinsen gesenkt hat und die Europäer wohl gleiches tun werden, herrscht am Neuen Markt zurzeit Ruhe, da sich beide Schritte innerhalb der Erwartungen bewegen. Der Nemax legte 0,9 Prozent auf 1 070 Punkte zu, der Nemax 50 gewann bis zum Abend 1,5 Prozent auf 1 105 Zähler.

FRANKFURT/M. Der Aufwärtstrend am Wachstumssegment der Frankfurter Börse ist ins Stocken geraten. Bereits seit Tagen gleichen sich Gewinne und Verluste weitgehend aus, die Indizes schwanken in engen Bandbreiten. Vorsichtig optimistisch zeigte sich gestern HSBC Trinkaus und Burkhardt in ihrer jüngsten Studie zum Neuen Markt. Die Aktienanalysten trauen dem Nemax-All-Share im Laufe des kommenden Jahres einen Anstieg auf 1 400 bis 1 500 Punkte zu. Interessant ist, dass die Experten von der Branchenbetrachtung abweichen und stattdessen eine Aufteilung der Aktien nach der Profitabilität und Wachstumsaussichten vornehmen. Die deutlichsten Kursgewinne auf Sicht von zwölf Monaten prognostizieren sie mit 70 % für die Gruppe der "nicht-zyklischen, profitablen Wachstumsaktien", zu denen Schwergewichte wie Gericom, Aixtron, Medion und Qiagen gerechnet werden. Ein Plus von 40 % traut HSBC der Gruppe der Zykliker zu. In diese Sparte fallen beispielsweise Papiere wie Balda oder Elmos.

Die Lion Bioscience zählt zwar nach der HSBC-Studie zu den chronischen Verlustbringern. Dennoch empfiehlt das Institut, die Aktie auf Grund der Zukunftsperspektiven aufzustocken. Am Mittwoch meldete das Unternehmen eine Kooperation mit dem der US-Firma Paradigm Genetics, was dem Papier ein Plus von 5 % auf 20,30 Euro beschert. Ende September war die Aktie zeitweise für weniger als 8 Euro zu haben.

Um rund 100 % ist seit September der Kurs von United Internet gestiegen. Allein am Mittwoch beträgt der Zuwachs bis zum frühen Abend wieder 21 % auf mittlerweile 4,28 Euro. Kürzlich hatte das Unternehmen angekündigt, sein Beteiligungsportfolio zu durchkämmen und sich von Verlustbringern zu trennen. Nun erhoffen sich die Anleger wohl schon bald konkrete Schritte.

Auf wenig Gegenliebe ist an der Börse die angekündigte Übernahme von Brainpool TV durch Viva gestoßen. Beide Kurse geben nach. Viva gehört mit einem Minus von 14 % auf 9,35 Euro zu den großen Tagesverlierern. Überholt wurde das Papier auf dem Weg nach unten allerdings von der Aktie der israelischen OTI. Die Firma hatte eine Vertragskündigung gemeldet, die eine Korrektur der Prognosen nötig machte. Die Anleger korrigierten daraufhin den Kurs um 24 % nach unten.

Von Phantasie profitiert dagegen Adori. Obwohl das Geschäft des Internet-Dienstleisters im ersten Quartal praktisch zum Erliegen kam, stieg der Kurs um 6,6 % auf 2,10 Euro. Grund neben den Übernahmeverhandlungen mit der nicht börsennotierten PDN AG: Adori hat noch rund 25 Mill. Euro aus dem Börsengang in der Kasse. Bei FJA, einer der wenigen Aktien, die am Neuen Markt noch deutlich über dem Kurs des Vorjahres notieren, greift dagegen die Börsenweisheit, bei guten Nachrichten zu verkaufen. Trotz gestiegener Umsätze und Gewinne im dritten Quartal gibt das Papier des Software- und Beratungshauses um 4,3 % nach.

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