Nemax 50 vier Prozent leichter
WWL lässt Worten sogleich Taten folgen

Obwohl der Inhalt der Meldung nicht überraschte, bewegte er doch tatsächlich die Kurse: Als am Wochenende bekannt wurde, dass die Nürnberger Online-Agentur WWL Internet vom insolventen Konkurrenten Kabel New Media die lukrativen Aufträge sowie die Hälfte der insgesamt 400 Mitarbeiter übernehmen will, verwunderte das nur wenige Marktteilnehmer.

FRANKFURT/M. Erstens hatten in den letzten Wochen schon einige Konkurrenten von Kabel New Media wie beispielsweise Sinnerschrader nach Filetstücken geschielt, zweitens hatte WWL erst Tage vorher sein Eigenkapital um 3,5 Mill. Euro erhöht und mit dem Investmentfonds K900 einen weiteren strategischen Investor gewonnen.

Trotzdem stiegen die Papiere von WWL gestern um 24 % auf 2,52 Euro, die von Kabel um 3 % auf 0,34 Euro. Und das, obwohl der Nemax im Sog einer schwächeren Nasdaq um 3 % auf 1 218 Punkte verlor und der Nemax 50 sogar um 4 % leichter bei 1 166 Punkten schloss. Während die Anleger bei WWL honorierten, dass der Ankündigung einer "vorsichtigen ergebnisorientierten Expansionsstrategie" aus der letzten Woche sogleich Taten folgten, waren bei Kabel wie so oft in den letzten Wochen die Spekulanten aktiv.

Die Situation verdeutlicht jedoch auch, wie schnelllebig die Internet-Szene weiterhin ist. Galt WWL noch vor wenigen Monaten wegen überhasteter Zukäufe als Sanierungsfall, dem im schlimmsten Fall die Insolvenz droht, so rechnen die Vorstände heute begünstigt durch Kapitalspritzen von mehreren Venture-Capital-Gesellschaften mit schwarzen Zahlen zum Jahresende. Kabel New Media hingegen hatte schwarze Zahlen stets in naher Zukunft in Aussicht gestellt, am Ende brachten hohe Abschreibungen auf wertlose Zukäufe jedoch dem Unternehmen die Insolvenz.

Auch über den Berliner Telekommunikationsdienstleister Teles wurden bis vor kurzem noch Wetten abgeschlossen, wann der Firma wohl das Geld ausgehe. Das Unternehmen hat diese Gefahr frühzeitig erkannt, Verlustbringer verkauft oder eingestellt sowie entsprechende Sparmaßnahmen eingeleitet. Diese Maßnahmen zeigen nun erste Wirkung. Gestern meldete Teles, dass sich der Barmittelbestand gegenüber dem ersten Quartal von 18,6 auf 19,7 Mill. Euro erhöht habe. Dem stehen keine Schulden gegenüber. Die Anleger quittierten diese Erfolgsmeldung mit einem Plus von 6 % auf 3,01 Euro.

Für eine positive Überraschung sorgten auch die Halbjahreszahlen der PSB AG . In den ersten sechs Monaten schrieb der Systemberater aus Ober-Mörlen schwarze Zahlen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 0,84 Mill. Euro gegenüber einem Verlust von 0,57 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Damit wurden die Erwartungen des Marktes übertroffen, zumal auch der Umsatz um 77 % auf 66 Mill. Euro zulegte. Die PSB-Aktie, die im Juli ohne erkennbaren Anlass um fast 40 % eingebrochen war, gewann 8 % auf 9,60 Euro.

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