Nemax auf historischem Tief
Dax wieder über der 6000er Grenze

Trotz der trüben Stimmung im Hochtechnologiesektor und einer schwachen Eröffnung der US-Börsen hat sich der Deutsche Aktienindex (Dax) im späten Geschäft am Donnerstag kaum verändert präsentiert. Das Börsenbarometer notierte am Nachmittag 0,1 Prozent leichter auf 6 008 Punkten, nachdem es im Handelsverlauf die psychologisch wichtige Marke von 6 000 Zählern unterschritten hatte.

Reuters FRANKFUTR. Händler sagten, dass kursgünstige Anschaffungen, gute deutsche Konjunkturdaten und die Kursgewinne bei der Deutschen Telekom die Kurserholung unterstützt hätten. Am Neuen Markt markierte der Nemax-All-Share-Index indes ein neues Jahrestief. Börsianer sagten, dass die Händler aus den Hochtechnologiewerten rausgingen, um defensive Versorgertitel zu erwerben.

Die deutsche Industrie hatte im Mai entgegen den Analysten-Erwartungen erstmals in diesem Jahr mehr Aufträge erhalten als im Vormonat. Vor allem wegen Großaufträgen aus dem Ausland seien die Bestellungen preis- und saisonbereinigt um 4,4 Prozent geklettert nach einem Rückgang von revidiert 1,9 Prozent im April, teilte das Bundesfinanzministerium mit.

Zinsentscheidung blieb ohne Einfluss

Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Nachmittag, die Zinsen unverändert zu belassen, war von Analysten erwartet worden und hatte ebenso wie die am Morgen veröffentlichten deutschen Arbeitsmarktdaten keinen Einfluss auf die Kurse.

Die US-Börsen eröffneten schwächer. Der Dow-Jones-Index verringerte sich im frühen Geschäft um 0,2 Prozent auf 10 555 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index gab um 0,7 Prozent auf 2 125 Zähler nach. Am Mittwoch waren die US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen geblieben.

Gewinnwarnungen einiger Technologie-Unternehmen

Nach den Gewinnwarnungen europäischer Technologie-Unternehmen gerieten im Dax insbesondere die Aktien von Epcos, Siemens, Infineon und SAP unter Abgabedruck. Der britische Telekom-Ausrüster Marconi hatte am Mittwochabend eine Gewinnwarnung ausgegeben und einen weiteren Stellenabbau angekündigt. Zudem hatte der niederländische Halbleiter-Hersteller ASM Lithography bekannt gegeben, im ersten Halbjahr mit einem hohen Nettoverlust zu rechnen. Die Titel von Epcos brachen daraufhin um 4,8 Prozent, Siemens um 3,5 Prozent, Infineon um 2,6 Prozent und SAP um 0,8 Prozent ein.

Gegen die allgemeine Markttendenz konnten sich die Papiere des Indexschwergewichts Deutsche Telekom stemmen. Die T-Aktie verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 27,35 Euro, womit sie dem Dax Unterstützung verlieh. Es gebe mehr Käufer am Markt als Verkäufer, begründete ein Börsianer die Erholung.

Von der Technologieschwäche profitierten nach Händlerangaben die defensiven Versorgertitel. E.ON legten 2,2 Prozent und RWE um 2,1 Prozent zu. Händler sprachen von einer Flucht aus den Technologiewerten in die Versorgerpapiere.

Gefragt waren erneut die Aktien des Chemie- und Konsumgüterherstellers Henkel, die um 3,6 Prozent stiegen. Bereits am Vortag hatte das Dividendenpapier von Spekulationen Auftrieb erhalten, wonach die Henkel-Tochtergesellschaft Cognis bald verkauft werden könnte.

Commerzbank-Titel auf Jahrestief

Auf ein neues Jahrestief rutschten die Aktien der Commerzbank. Das Bankenpapier fiel um 3,2 Prozent auf 27,9 Euro. Im Verlauf war der Titel auf ein Jahrestief von 27,50 Euro gesunken. Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller hatte zuvor gesagt, dass das Wertpapiergeschäft der Bank im zweiten Quartal "schlecht gelaufen" sei.

Der MDax verlor 0,3 Prozent auf 4 780 Punkte. Am Neuen Markt stürzte der Nemax-All-Share-Index um 3,6 Prozent auf 1371 Punkte. Im Verlauf hatte das Kursbarometer ein neues Jahrestief bei 1 364,85 Zählern markiert.

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