Nemax leidet unter der Schwäche der Nasdaq
Finaler Ausverkauf lässt auf sich warten

Nachdem die deutsche Wachstumsbörse in der vergangenen Woche im zweistelligen Prozentbereich verloren hatte, sollte es in dieser Woche eigentlich zur Gegenreaktion kommen. Doch davon keine Spur: Gestern verlor der Nemax 3,2 Prozent auf 700 Punkte. Der Nemax 50 gab 4,2 Prozent auf 648 Punkte ab.

FRANKFURT/M. Die Hitze war gestern etwas erträglicher als am Vortag, Fußball-Übertragungen und hupende Autocorsi störten die Konzentration auch nicht, und trotzdem gab es genügend Material, das die Kurse am Neuen Markt schwer belastete. Wie Blei zog bereits zum Handelsstart die Meldung nach unten, dass in den USA der Chiphersteller AMD und der Computerbauer Apple nach Börsenende noch Gewinnwarnungen ausgegeben hatten. Als Anleger musste man da keine prophetischen Gaben haben, um zu erkennen, dass dies auch die Kurse an der Nasdaq weiter nach unten ziehen wird.

Wieder einmal wurde für den Neuen Markt damit deutlich, dass es mit dem von vielen erwarteten "finalen Ausverkauf" noch längst nicht vorbei ist. Noch immer ist keine klare Orientierung erkennbar. Folglich erwarten viele Experten bereits, dass dieser Zustand noch bis zum Ende der gerade beginnenden Ferienzeit anhalten wird.

Das muss jedoch einige erfreuliche Tendenzen bei Einzelwerten nicht ausschließen. Beispiel Fluxx.com: Die Aktie, über die seit Monaten ein Gewitter nach dem anderen herzieht, stand gestern plötzlich auf der Sonnenseite. Um 31,8 % auf 1,45 Euro legten die Papiere des Online-Glücksspielanbieters zu. Grund war eine Kooperation mit dem Internet-Dienst Freenet. Für den lizensiert Fluxx.com ein Paket, bestehend aus Lotterie- und Wettangeboten. Freenet selbst bringt in die Kooperation das Gewicht seiner etwa 5 Mill. Mitglieder ein. Die Freenet-Aktie profitierte gestern jedoch nicht von der Kooperation.

Curasan-Aktie legt zu

Auch Curasan schaffte es, den Abwärtstrend seiner Aktie zumindest vorerst zu stoppen. Das unterfränkische Pharma- und Health Care-Unternehmen meldete, dass ein Venture-Capital-Geber sein restliches Aktienpaket außerbörslich verkauft habe. Die Aktie des Spezialisten zur Gewebe- und Knochenregeneration legte daraufhin um 12,5 % auf 2,25 Euro zu.

Ebenfalls gefragt war die Mühlbauer-Aktie, und das nicht nur, weil sie ab Montag im Auswahlindex Nemax 50 gelistet sein wird. Der Anlagenbauer für Chipkarten plant noch im laufenden Jahr den Rückkauf eigener Aktien. Dabei betrachtet Mühlbauer das derzeit niedrige Kursniveau als günstig. Diesen Wink nahmen etliche Anleger auf und griffen zu. Mühlbauer legten um 5,8 % auf 17,22 Euro zu.

Doch soll nicht der Eindruck erweckt werden, das Ungemach, das die Indizes nach unten zieht, käme ausschließlich aus den USA. Im eigenen Haus kündigt sich mit ADS System die nächste Insolvenz an, nachdem bereits an den ersten Tagen der Woche Telesens, RTV Family und H5B5 die Zahlungsunfähigkeit verkünden mussten. Noch versucht der ADS-Vorstand zwar sein Möglichstes, die Aktie gab aber gestern 31 % auf 0,33 Euro ab.

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