Nemax notiert wieder unter 700 Punkten
Weiter Fallsucht am Neuen Markt

Der Nemax schloss 1,3 Prozent leichter bei 689 Zählern. Der Nemax 50 gab um 1,5 Prozent auf 636 Punkte nach.

FRANKFURT/M. Ausdauer und Kontinuität sind keine Begriffe, die häufig mit dem Neuen Markt in Verbindung gebracht werden. Auf seinem Weg nach unten legt er beides jedoch an den Tag. An Tagen, an denen die Kurse an der New Yorker Nasdaq südwärts wandern, wird hierin die Erklärung für die schlechte Kursentwicklung am deutschen Wachstumssegment gesucht. Gestern sah die Sache zunächst anders aus: Die Nasdaq hielt sich trotz Kursverlusten bei den US-Standardwerten erfreulich stabil. Und der Neue Markt? Siehe oben: Er fällt und fällt und fällt. Später rutschte dann allerdings auch noch die Nasdaq ab.

Immer noch kommen auf jeden potenziellen Käufer am Neuen Markt jede Menge williger Verkäufer, die sich gegenseitig die Preise vermiesen. Unter Druck stand der gesamte Biotech-Sektor. Qiagen gaben ohne erkennbaren Anlass um 5,5 % auf 12,80 Euro nach. Eigentlich hätte der Titel von der jüngsten Indexumstellung profitieren können: Er teilt sich bald mit einer Gewichtung von 10 % die Platzierung als gewichtigster Titel im Nemax 50 mit dem Titelverteidiger T-Online und der Investmentgesellschaft BB Biotech, die gestern allerdings mit einem Abschlag von mehr als 5 % ebenfalls auf der Verliererliste stand.

Neuerliche Kursverluste verbuchten auch die - in keinem eigenen Index zusammengefassten - Halbleitertitel. Sie litten nach Einschätzung von Händlern unter der gesenkten Wachstumsprognose des finnische Handybauers Nokia. Die Papiere des Chipbrokers ACG verloren fast 6 % auf 2,85 Euro. Die Aktie des Konkurrenten CE Consumer Electronics verbilligte sich um 2,8 % auf 3,47 Euro.

Der Handyausrüster Balda notierte dagegen nur zeitweise im Minus, aus dem Handel ging die Aktie unverändert bei 3,50 Euro. die Auch der Kurs von Dialog Semiconductor rutschten nicht weiter ab. Nachdem der zunehmende Pessimismus für den Mobilfunkabsatz das Papier innerhalb weniger Tage um 60 % hatte abstürzen lassen, legte der Kurs gestern 6,4 % auf 1,99 Euro zu.

Außerhalb des Rampenlichts, das noch immer auf die Vielzahl von Skandalen und geplatzten Träumen am Neuen Markt gerichtet ist, gibt es jedoch auch positive Überraschungen. Die Aktie der United Internet AG etwa, die sich in den vergangenen Monaten unaufhaltsam nach oben gearbeitet hat. Nachdem das Unternehmen, das sich lange Zeit als Internet-Netzwerk verstand, die vielen kleinen Verlustbringer losgeschlagen und die profitablen Töchter an sich gebunden hat, klappt es auch mit den Anlegern wieder. Gestern stieg der Kurs um knapp 13 % auf 8,25 Euro. Den tiefsten Stand hatte der einzige im Nemax 50 verbliebene Internetwert im vergangenen September bei 2,05 Euro markiert.

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