Nemax rutschte mit einem Minus von 4,57 % tief in die roten Zahlen.
Neuer Markt Schluss: Aktien brechen auf breiter Front ein

Der Himmel über dem Frankfurter Neuen Markt hat sich am Montag weiter eingetrübt. Die dort notierten Aktien haben den ersten Handelstag der Woche mit einem dicken Minus beendet.

dpa-afx FRANKFURT. Der Nemax 50 rutschte mit einem Minus von 4,57 % tief in die roten Zahlen. Das Barometer der 50 Spitzenwerte am Neuen Markt ging mit einem Endstand von 1 836,91 Zählern aus dem Handel, nachdem er am Nachmittag seinen Tiefstand von 1.804,68 erreicht hatte. Der alle Werte umfassende Nemax All Share-Index büßte 4,76 % auf 1 937,16 Punkte ein.

Getrieben von einer Ausverkaufsstimmung und einer schwachen Nasdaq brachen die Kurse am deutschen Wachstumssegment auf breiter Front ein. Gewinner waren am Montag rar gesät. Innerhalb des Nemax 50 befanden sich mit T-Online (+1,13 %), Consors (+0,79 %) und SER Systems (+0,60 %) lediglich drei Werte im Plus. Von den insgesamt 337 Neue Markt-Titeln schafften 42 Unternehmen den Sprung in die Gewinnzone.

Robert Halver von Delbrück Asset Management sieht im aktuellen Szenario am Neuen Markt "eine Faszination am Untergang". Eine Aufhellung des trüben Börsenhimmels sei derzeit nicht in Sicht. Es sei im Augenblick keiner bereit; zu kaufen, sagte ein weiterer Händler. "Der Markt hat am Montag kaum Unterstützung gefunden. Im Augenblick kann uns nur eine Kurs-Erholung in den USA auf die Sprünge helfen", sagte Guiseppe-Guide Amato vom Handelshaus Lang & Schwarz. Doch auch dort herrsche derzeit wegen der schlechten Nachrichten von Unternehmensseite keine gute Stimmung.

Wieder einmal im Blickpunkt stand das Multimedia-Unternehmen Metabox . Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) in Frankfurt hatte eine Münchner Anwaltskanzlei mit einer Sammelklage wegen Verdachts auf Kursbetrug und Insiderhandel beaufragt. Bei dem Verfahren geht es vor allem um drei Börsen-Pflichtmitteilungen des Unternehmens von April, Juni und Juli 2000. In der Folge war der Kurs von Metabox-Aktien am Neuen Markt in Frankfurt von weniger als 10 auf mehr als 40 Euro gestiegen.

Am Montag verloren die Papiere des Hildesheimer Unternehmens erneut 3,34 % und notierten beim Erklingen der Börsenglocke mit 2,89 Euro. "Das Vertrauen der Investoren ist durch die Klage noch stärker erschüttert, als dies ohnehin schon der Fall war", sagte Analystin Maja Brauer von Hornblower Fischer.

Die Papiere von Trintech waren am Montag im Laufe des Tages einer der wenigen Gewinner innerhalb des Nemax 50. Das Kursplus konnte jedoch nicht gehalten werden - beim Handelsende notierten die Aktien des Herstellers von Electronic-Payment-Infrastrukturlösungen unverändert bei 2,95 Euro. Ein Analyst einer Frankfurter Großbank erklärte, anscheinend gebe es "heute keinen Verkaufsdruck" für diese Papiere. Eine am Wochenende in der Zeitung "Euro am Sonntag" erschienene, optimistische Einschätzung des Titels, sei womöglich für den Rückenwind der Aktie verantwortlich. Dieser habe sich dann jedoch im Laufe des Tages wieder abgeschwächt.

Die Aktie des Internet-Reiseunternehmens ebookers.com ist am Montag kräftig unter Druck geraten. Das Papier ging mit einem kräftigen Minus von 11,85 % bei 3,20 Euro aus dem Handel. Damit reagierten die Anleger verstimmt auf die am Montagmorgen bekannt gegebenen Zahlen für das letzte Quartal 2000. Diese wiesen einen Verlust von 0,043 US-$ je Aktie aus. Das Erreichen des Break-Evens im Cash-Flow wurde wie bisher für Ende des Jahres beziehungsweise Anfang 2002 angekündigt. Trotz des deutlichen Kursrutsches halten Analysten die Reaktion der Anlieger nicht für dramatisch. "Bei Aktien, die zwischen drei und fünf Euro notieren, sind Kursschwankungen von 10 % schnell erreicht", sagte ein Wertpapierspezialist.

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