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Nemax schließt schwächer

Der Frankfurter Neue Markt hat am Dienstag Händlern zufolge im Sog einer schwachen Nasdaq deutlich im Minus geschlossen.

Reuters FRANKFURT. Der Frankfurter Neue Markt hat am Dienstag Händlern zufolge im Sog einer schwachen Nasdaq deutlich im Minus geschlossen. "Wie es am Neuen Markt weiter geht, hängt von der weiteren Entwicklung an der US-Technologiebörse ab", sagte ein Händler am Abend in Frankfurt. Der alle Werte des Wachstumssegments umfassende Nemax-All-Share schloss 4,25 Prozent tiefer auf 3225,36 Punkten und der Blue-Chip-Index Nemax-50 ging mit einem Minus von 4,59 Prozent bei 3387,89 Zählern aus dem Handel. Am Abend notierte der Nasdaq-Composite-Index in New York 2,7 Prozent tiefer auf 2802 Punkten. Neben der schlechten US-Vorgabe hätten Spekulationen um eine Übernahme des Münchener Medienkonzerns EM.TV das Geschehen am Markt bestimmt, sagten Börsianer.

Zur allgemeinen Stimmung hieß es unter Marktteilnehmern, es scheine, als wäre die ganze Euphorie der vergangenen Tage wieder verflogen. Allerdings sei der Handel am Dienstag, abgesehen von Einzelwerten wie EM.TV oder Metabox, ruhig verlaufen. Die institutionellen Anleger hielten sich deutlich zurück. Der Markt müsse die Entwicklung der vergangenen Tage erst einmal verdauen, bevor er weiter zulegen könne, ergänzte ein Kollege.

Im Mittelpunkt des Interesses standen Händlern zufolge erneut EM.TV, die im Tagesverlauf um mehr als 17 Prozent abgerutscht waren und ein Jahrestief bei 17,58 Euro markierten. Bereits am Vortag kursierten Gerüchte, wonach das Unternehmen in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten sei. Händler sagten, sie rechneten mit einer Gewinnwarnung des Unternehmens. "Das dritte Quartal wird sicher nicht so stark werden, es wird ganz auf den Ausblick ankommen", sagte WestLB-Panmure-Analystin Annelie Hoppe.

Die Stimmung für das Papier änderte sich allerdings am späten Nachmittag, als aus Branchenkreise bekannt wurde, dass die Kirch-Gruppe über eine Übernahme des Münchener Medienkonzerns verhandele. "Die Kirch-Gruppe verhandelt mit EM.TV über eine Mehrheitsbeteiligung", hieß es in Frankfurt in den Kreisen. "Ein Ende der Gespräche ist in dieser Woche möglich. Eine Einigung ist nicht sicher." Denkbar sei, dass das am Neuen Markt notierte Unternehmen auch mit anderen Medienkonzernen über einen Zusammenschluss spreche. Sprecher von EM.TV und der Kirch- Gruppe lehnten eine Stellungnahme ab. Die Papiere, die nach Bekanntwerden der Spekulationen kurzzeitig ins Plus gedreht waren, gingen um 6,38 Prozent tiefer auf 21 Euro aus dem Handel.

Deutlich zulegen konnte die Aktie von Metabox und schloss mit einem Plus von 90,58 Prozent auf 9,91 Euro. Händler sagten, ein am Nachmittag bekannt gegebener Auftrag über die Lieferung von Set-Top-Boxen habe die Aktie beflügelt. Metabox hatte mitgeteilt, einen Vertrag über die Lieferung von mindestens 100.000 Geräten der neuen Met box-Generation unterzeichnet zu haben. Die Geräte sollten ab 2001 für zunächst zwölf Monate geliefert werden und würden zur Nutzung einer T-Commerce-Plattform (elektronischer Handel via Fernsehen) ab dem 3. Quartal 2001 britischen Privathaushalten zur Verfügung gestellt.

Marktschwergewichte T-Online und Mobilcom rutschten um mehr als fünf beziehungsweise sechs Prozent, was Händler auf die allgemein schlechte Stimmung am Markt zurückführten.

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