Nemax stabilisiert sich knapp oberhalb der 800-Punkte-Marke
Wachstumswerte machen auf dem Weg nach unten Pause

Immer nur abwärts macht auch keinen Spaß. Nach den drastischen Kursverlusten vom Vortag hielt der Neue Markt zu Wochenmitte erst mal inne. Der Nemax lag am Abend um 0,3 % im Plus bei 801 Zählern. Der Nemax 50 schaffte es trotz eines Aufschlags der selben Größenordnung nur auf 765 Punkte, ein Plus von knapp 0,4 Prozent.

FRANKFURT/M. Wirklich Spaß macht der Neue Markt derzeit nur wenigen. Zum Beispiel all jenen, deren Derivate auf fallende Aktienkurse setzen. Völlig zerstört scheint die Marke "Neuer Markt" dagegen noch nicht zu sein. Die Nachricht, dass das Frankfurter Medienunternehmen In-motion das krisengeschüttelte Börsensegment nun doch nicht verlassen muss, sorgte gestern jedenfalls für deutliche Kursgewinne. Das Unternehmen, das mit der verspäteten Vorlage seines Jahresabschlusses den Zorn und die Ausschlusspläne der Betreiber des Neuen Marktes verursacht hatte, war mit einem Kursplus von 39 % auf 2,78 Euro der größte Kursgewinner des ansonsten verhaltenen Handelstages. Das Unternehmen hatte das Schiedsgericht der Börse davon überzeugen können, dass der Ausschluss vom Neuen Markt eine übertrieben harte Sanktion auf die Fristverletzung darstelle. Stattdessen wurde ein Bußgeld von 100 000 Euro verhängt.

Die Aktie des Medizintechnikunternehmens Rösch, die nach einem Höchststand von 6,25 Euro die Energie schon wieder zu verlassen schien, war ebenfalls gefragt. Am Abend notierte das Papier mit 4,95 Euro um mehr als 30 % über dem Vortagesschlusskurs. Ein fundamentaler Anlass für die Zuwächse war nicht erkennbar. Ganz anders bei den Papieren des Kölner Musiksenders Viva: Nachdem der Kurs schon seit Tagen von Übernahmespekulationen profitiert hatte, setzte Viva-Chef Dieter Gorny noch einen drauf, in dem er der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte, Gespräche in den USA zu führen. Wer der Verhandlungspartner sei, sagte Gorny jedoch nicht. Am Markt wird eine Übernahme durch die Viacom, der Muttergesellschaft des Konkurrenten MTV, für wahrscheinlich gehalten.

Weniger Bewegung gab es auf der Verliererseite: Den größten prozentualen Verlust verbuchte das Bio-Informatikunternehmen Lion Bioscience mit 16 % auf 4,36 Euro. Die Heidelberger hatten überraschend schlechte Zahlen vorgelegt. Den Kurs gestützt haben dürfte die Tatsache, dass die Börsenbewertung nach der anhaltenden Talfahrt bereits niedriger ist als der Kassenbestand.

Der österreichische Notebookhersteller Gericom reduzierte seine Planzahlen für das laufende Jahr und notierte dennoch im Plus. Am Morgen verbuchte der Nemax 50-Neuling zeitweise einen Aufschlag von über 6 % bei 11,50 Euro. Offenbar hatte der Markt mit weit schlechteren Nachrichten gerechnet, denn der Kurs ist schon seit Wochen auf Talfahrt. Erst die Herunterstufung durch die Analysten von Credit Suisse First Boston, die gegen Mittag publik wurde, goss den Anlegern Wasser in den Wein. Die Analysten raten statt zum Kauf nur noch zum Halten der Aktie. Der Kurs notierte am Abend nur noch bei 11,40 Euro.

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