NEMAX-Verfall hält an
Schwache Hochtechnologie lässt Dax sinken

Das Börsenbarometer Dax schloss um 0,11 % leichter bei 6 673,15 Punkten.

Reuters FRANKFURT. Trotz der erneuten Talfahrt der US-Computerbörse Nasdaq haben die deutschen Standardwerte am Dienstag nur mit einem leichten Minus geschlossen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ging knapp behauptet 0,11 % unter dem Vortagesschluss mit 6673,15 Punkten aus dem Handel. Die Wachstumswerte am Frankfurter Neuen Markt verringerten im Verlauf zwar ihre Verluste, beendeten den Handel allerdings schwächer. Der alle Werte des Segments umfassende Nemax-All- Share-Index präsentierte sich mit einem Abschlag von 1 % auf 4275,88 Zählern. In der Spitze hatte das Börsenbarometer einen Verlust von 1,9 % ausgewiesen.

Trotz der Stabilisierung sprachen Händler von einer gewissen Unsicherheit. Man sei immer noch ratlos, wie es an den Märkten weitergehen werde. "Die Angst ist immer noch vorhanden", sagte ein Händler. Es sei nach dieser Konsolidierung noch zu früh, jetzt schon einen Aufwärtstrend zu erwarten. Von den 30 Dax-Werten schlossen 16 im Plus und 14 im Minus. Der Umsatz war mit 43,8 Mill. Dax-Werten recht groß.

Die Nasdaq präsentierte sich zu Börsenschluss in Deutschland sehr schwach. Der Nasdaq-Composite-Index brach um 1,9 % auf 3298 Punkte ein.

Nach dem Kursrutsch am Vortag präsentierten sich die Hochtechnologiewerte uneinheitlich. Während sich Siemens um 2,2 % erholen konnten, gaben Epcos um 1,9 %, SAP um 1,8 % und Infineon um 5,6 % ab. Siemens will nach eigenen Angaben mit Investitionen von zunächst rund 1 Mrd. einer Euro die Internet-Vernetzung des Unternehmens vorantreiben. Vom Einkauf bis zu Vermarktung, Entwicklung und Controlling würden künftig alle Prozesse elektronisch ablaufen, hieß es. Indexschwergewicht Deutsche Telekom verringerte sich um 0,9 % auf 37,18 Euro. Im Verlauf hatte die T-Aktie ein neues Jahrestief bei 36,65 Euro markiert.

An der Spitze der Gewinner standen Daimler-Chrysler mit einem Plus von 3 %. Als Begründung nannten Händler eine Kaufempfehlung für die Aktie von Credit Suisse First Boston. Außerdem steht Daimler-Chrysler einem Zeitungsbericht zufolge vor einem weit reichenden Strategiewechsel bei der US-Tochter Chrysler. Daimler-Chrysler lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab. VW ermäßigten sich dagegen nach Vorlage ihrer Absatzzahlen für die ersten neun Monate um 0,8 %.

Auf den Verkaufslisten standen erneut die Dividendenpapiere der Deutschen Bank . Als Gründe nannten Händler Spekulationen, wonach das Unternehmen beim Verkauf seines Kabelnetzes geringere Erlöse als erwartet erzielen könnte sowie Gerüchte über Verluste bei so genannten Junk-Bond-Geschäften (hochverzinsliche Schuldverschreibungen geringer Bonität). Die Deutsche Bank wollte auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben. Der Titel verbilligte sich um 2,9 %.

Von der anhaltenden Technologieschwäche konnten nach Händlerangaben die Chemie- und Pharmawerte profitieren. BASF rückten um 1,1 %, Bayer um 0,2 %, Fresenius um 0,7 %, Schering um 2,1 %, Henkel um 1,4 % und Degussa-Hüls um 0,4 % vor. Händler sprachen von einer Flucht aus der Technologiebranche in defensivere Werte.

Die im MDax notierten Nebenwerte zeigten sich fest. Der MDax legte um 0,9 % auf 4893 Punkte zu.



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