Nepal
Neue Ausgangssperre in Kathmandu verhängt

In Nepals Hauptstadt Kathmandu haben die Behörden am Dienstag eine neue Ausgangssperre verhängt, um Unruhen nach dem gewaltsamen Tod mehrerer Mitglieder der Königsfamilie zu verhindern. Einer im staatlichen Hörfunk verlesenen Mitteilung zufolge wurden bis Mitternacht (Ortszeit) alle Versammlungen verboten.

rtr KATHMANDU. Der nach dem Tod des Königssohnes Dipendra zum König ausgerufene Prinzregent Gyanendra versprach in seiner ersten Rundfunkansprache nach der Thronbesteigung, in drei Tagen werde das Geschehen im Königspalast aufgeklärt werden. Wegen der unübersichtlichen Lage warnte das Auswärtige Amt in Berlin vor Reisen nach Nepal.

Die neue zwölfstündige Ausgangssperre wurde nur wenige Stunden nach dem Ende einer vorangegangenen Ausgangssperre verhängt. Dies sei nötig geworden, nachdem mehrere Menschen versucht hätten, den Verkehr zu blockieren sowie Gesetz und Ordnung zu stören, hieß es in der Mitteilung.

Bei Unruhen am Montag wurden nach Angaben von Behörden mindestens zwei Menschen getötet und rund zwanzig verletzt. Rings um den Königspalast waren Soldaten postiert. Dort hatte eine aufgebrachte Menge eine Erklärung für den Tod von König Birendra und seiner Verwandten verlangt. Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke gegen die Menschen ein.

Der nach der Ermordung Birendras zunächst zum König ausgerufene Sohn Dipendra starb im Koma und wurde am Montag eingeäschert. Die Behörden teilten am Dienstag mit, auch der jüngste Bruder Gyanendras sei seinen Verletzungen erlegen. Am Freitag waren am Hof unter bislang ungeklärten Umständen das Königspaar sowie sechs weitere Mitglieder der Königsfamilie getötet worden.

Die Nachricht vom Tod Birendras und seiner Gemahlin Aishwarya löste im Volk Entsetzen aus. Zunächst hatte es geheißen, Dipendra habe wegen eines Streits um seine Brautwahl seine Eltern und mehrere Verwandte erschossen. Gyanendra sprach jedoch später von einem Unfall und kündigte nach der Krönungsfeier eine Untersuchung an. Sie werde vom Obersten Richter geleitet.

Das Auswärtige Amt riet in seiner Reisewarnung "zur Zeit von allen nicht dringlichen und nicht unbedingt notwendigen ... Reisen nach Nepal ab".

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