Nerius im Finale - IAAF verschärft Regel
Lobinger verpasst Medaille

Tim Lobinger hat die erste Medaille eines deutschen Stabhochspringers bei Weltmeisterschaften verpasst. In einem hochklassigen Finale musste sich der 30-Jährige vom ASV Köln trotz starker 5,80 m mit dem fünften Platz zufrieden geben.

HB/dpa PARIS. Damit konnte auch der Hallenweltmeister den freien Fall der deutschen Leichtathleten in Paris nicht bremsen. Der goldene Höhenflug glückte am Donnerstagabend dem italienischen Außenseiter Giuseppe Gibilisco mit 5,90 m vor Lobingers Freund Okkert Brits (Südafrika/5,85) und dem höhengleichen Schweden Patrik Kristiansson (5,85).

Der Mann mit dem Zopf bot nach einer Verletzungspause im WM-Jahr zum Saisonhöhepunkt eine konzentrierte Leistung. Die 5,60 m im ersten und die 5,75 m Lobingers im zweiten Versuch waren blitzsauber. Als sich der Hallenweltmeister auf Anhieb über 5,80 m katapultierte, schien eine Medaille zum Greifen nah - doch die Konkurrenz konterte. Vor allem Gibilisco wurde von den fast 60 000 Zuschauern im Stade de France gefeiert: Der Italiener war bei 5,75 m schon fast aus dem Rennen, sparte sich aber seinen dritten Versuch für 5,80 m auf und nahm dann auch 5,85 m und 5,90 m auf Anhieb.

Speerwerferin Steffi Nerius hatte zuvor für einen Hoffnungsschimmer im DLV-Team gesorgt: Mit 60,40 m gleich im ersten Versuch qualifizierte sich die EM-Zweite aus Leverkusen für das Finale am Samstag. "Mit minimalem Aufwand habe ich die Pflicht erfüllt. Das gibt mir Selbstvertrauen, denn ich weiß, dass ich was drauf habe", sagte die 31-Jährige, die im WM-Jahr schon in elf Wettkämpfen hintereinander unbesiegt ist. Hürdensprinter Jerome Crews aus Wattenscheid rettete sich über die Zeit ins Halbfinale.

Der Weltverband IAAF hat nach dem Skandal um US-Sprinter Jon Drummond seine Fehlstart-Regel drastisch verschärft. Damit soll in Zukunft verhindert werden, dass sich disqualifizierte Athleten gegen die Entscheidung der Kampfrichter stellen und die Zuschauer mit Showeinlagen auf ihre Seite ziehen. "Dies sind praktische Maßnahmen, die sofort in Kraft treten", erklärte IAAF-Generalsekretär Istvan Gyulai am Donnerstag.

Die beiden Geher-Weltmeister Jefferson Perez aus Ekuador (20 km) und Robert Korzeniowski (50 km) aus Polen bekommen für ihre Weltbestzeiten doch die Weltrekord-Prämie von jeweils 100 000 Dollar. Ursprünglich sollten Prämien bei der WM in Paris nur für offizielle Weltrekorde gezahlt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%