Nervenprobe bestanden
Leverkusen kämpft sich ins Finale

Bayer 04 Leverkusen zieht mit einem 1:1 gegen Manchester United nach spannendem Spiel ins Finale der Champions League ein. Kapitän Jens Nowotny wird vermutlich wegen eines Kreuzbandrisses für längere Zeit ausfallen, Ze Roberto ist nach der dritten gelben Karte für das Endspiel gesperrt.

dpa LEVERKUSEN. Dank einer taktischen und kämpferischen Meisterleistung trotzte der Bundesliga-Zweite am Dienstagabend im Halbfinal-Rückspiel der Champions League Manchester United verdient ein 1:1 (1:1) ab und zog damit als sechstes deutsches Team in ein Europacup-Finale bei den Landesmeistern ein. Dort ist am 15. Mai in Glasgow der Sieger des zweiten Semifinales am Mittwoch zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona (Hinspiel 2:0) der Gegner.

Vor 22 500 Zuschauern in der ausverkauften BayArena egalisierte Oliver Neuville (45.) die Führung der Briten durch Roy Keane (28.). Es gab jedoch auch zwei dicke Wermutstropfen: Kapitän Jens Nowotny wurde mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausgewechselt und fehlt damit Bayer für den Rest der Saison und wahrscheinlich auch der DFB-Auswahl bei der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea. Zudem ist Ze Roberto nach der 3. Gelben Karte für das Endspiel gesperrt.

Im Beisein des nach Nowotnys Verletzung sichtlich geschockten DFB - Teamchefs Rudi Völler konnte Bayer diese wichtige Partie drei Tage nach dem bitteren Verlust der Liga-Tabellenführung doch mit Michael Ballack bestreiten, der in Nürnberg eine schwere Fußprellung erlitten hatte. Der Nationalspieler erhielt nach einem Härtetest "Grünes Licht". Trainer Klaus Toppmöller vertraute wieder auf die schon im "Old Trafford" erfolgreiche Konter-Taktik mit einem Ein-Mann-Sturm, in dem Neuville diesmal den Vorzug vor Dimitar Berbatow erhielt. Doch Toppmöllers Personalpläne wurden schon nach zehn Minuten durchkreuzt, als Kapitän Nowotny im Zweikampf mit Ruud van Nistelrooy umknickte und gegen Zoltan Sebescen ausgetauscht werden musste.

Da das weiter ohne den verletzten Mittelfeldstar David Beckham, aber wieder mit Kapitän Keane angetretene "ManU"-Team respektvoll verhalten begann, übernahmen die Hausherren trotz dieses Handicaps zunächst die Initiative. Der agile Bernd Schneider hatte die Führung auf dem Fuß, doch der 18-m-Schuss des Mittelfeldmotors landete nur am Pfosten (13.). Auf der Gegenseite war Ronny Johnsen (17.) per Kopf zur Stelle, Ze Roberto schlug den Ball aber noch von der Linie (17.).

Elf Minuten später folgte die kalte Dusche für die Deutschen. Bei van Nistelrooys Pass rutschte der für Pechvogel Nowotny ins Abwehr- Zentrum gerückte Boris Zivkovic weg, Keane ließ Torwart Hans-Jörg Butt aussteigen und vollendete gekonnt. Damit riss vorübergehend der Faden im Spiel der Hausherren, die gegen die sichere Abwehr der Gäste nur noch selten zum Zuge kam. Eigentlich schienen die Briten alles im Griff zu haben: Doch nachdem Juan Veron nur knapp den zweiten Treffer für die Briten verpasst hatte (42.), gelang dem Werksclub völlig überraschend der Ausgleich. Neuville war per Drehschuss von der Strafraumgrenze zu seinem zehnten Europapokal-Treffer erfolgreich.

Das wichtige 1:1 gab Leverkusen wieder mehr Sicherheit. Englands Serienmeister wirkte nach Wiederanpfiff matt, was Alex Ferguson durch die Einwechslung der "Dampfmacher" Ole Gunnar Solskjaer, Dennis Irwin und später Diego Forlan änderte. Nun übernahmen die Gäste wieder mehr das Kommando und drängten Bayer in die eigene Hälfte zurück. Doch zum Glück für die recht sicher wirkende Hintermannschaft der Deutschen zielte Paul Scholes (72.) zu hoch. Toppmöller verstärkte mit der Hereinnahme von Jurica Vranjes für Bastürk die Defensive, die der Schluss-Offensive des Gegners mit Glück und Geschick standhielt. So rettete Placente bei Forlans Schuss auf der Linie (88.) Der starke Schneider, neben Neuville bester Leverkusener, hätte per Heber von der Mittellinie sogar fast noch das 2:1 für Bayer 04 erzielt (83.).

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