Nervöse Anleger
US-Börsen unter Druck

Bei erneut volatilem Geschäft und hohem Umsatz haben die US-Börsen zum Handelsschluss ihren Abwärtstrend fortgesetzt. Nach den erneuten deutlichen Kursverlusten vom Vortag seien die Anleger nervös, sagten Händler.

Reuters NEW YORK. Von Interesse seien ausgewählte Standardwerte wie die Titel des US-Pharma- und Medizintechnikkonzerns Johnson & Johnson gewesen. Die Kursgewinne dieser Aktien und einige Schnäppchenjäger hätten dem Dow-Jones-Index vorübergehend in die Pluszone verholfen.

Der Standardwerte-Index Dow-Jones notierte zum Schluss 1,06 Prozent im Minus bei 7702,34 Punkten. Der Nasdaq-Index verlor 4,18 Prozent auf 1228,98 Zähler. Der S&P500 büßte 2,61 Prozent auf 798,44 Punkte ein. "Der allgemeine Trend geht immer noch nach unten", sagte Burton Schlichter, Marktanalyst bei Lind-Waldock & Co. Robert Basel, Händler bei Salomon Smith Barney, sagte, der Markt werde weiter von den gleichen Faktoren belastet wie in den vergangenen drei Wochen: Sorgen um die Entwicklung der Unternehmensgewinne und um weitere schlechte Nachrichten über Bilanzierungspraktiken von US-Unternehmen.

Der Volatilitäts-Index der Chicago Board Options Exchange, ein wichtiger Indikator für das Ausmaß der Kursschwankungen, stieg auf 52 und damit auf den höchsten Stand seit September 2001, als Anleger in Reaktion auf die Anschläge vom 11. September panikartig Aktien verkauft hatten.

Die Aktien von Johnson & Johnson erholten sich von den Verlusten der Vorwoche und kletterten um rund 3,6 Prozent auf 44,08 Dollar. Die Aktien waren in der Vorwoche auf den tiefsten Stand seit 16 Monaten gefallen, nachdem der Konzern in einem seiner Werke Untersuchungen der US-Gesundheitsbehörde (FDA) wegen Unregelmäßigkeiten bestätigt hatte.

Dagegen präsentierten sich die Aktien der Finanzinstitute deutlich im Minus. Die Titel von Citigroup büßten rund 15,8 Prozent auf 27,00 Dollar ein und waren der umsatzstärkste Wert an der New York Stock Exchange. Die Aktien von J.P. Morgan verloren rund 18 Prozent auf 20,08 Dollar und lagen beim Aktienumsatz an zweiter Stelle hinter Citigroup. Die beiden Unternehmen, die bereits wegen der Geschäfte mit Enron in die Kritik geraten waren, sollen nach Angaben von Mitgliedern eines Senats-Unterausschusses ähnlich strukturierte Geschäfte auch mit anderen Firmen gemacht haben. Der Ausschuss untersucht seit Ende 2001 die Verbindungen der Banken zu dem zusammengebrochenen Energiehändler Enron.

Nach Händlerangaben bietet sich den Investoren inmitten der Quartals-Berichtssaison ein uneinheitliches Bild. Die Titel des weltgrößten Telekommunikations-Ausrüsters, Lucent Technologies, büßten rund 21 Prozent auf 1,65 Dollar ein. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2001/2002 sei der Nettoverlust mehr als verdoppelt worden. Zugleich kündigte der Konzern zusätzliche Umstrukturierungen und einen weiteren Stellenabbau an.

Die Aktien des Herstellers von Anlagen für die Chipproduktion, Novellus Systems Inc, verloren rund fünf Prozent auf 27,97 Dollar, nachdem das Unternehmen für das zweite Quartal einen Gewinnrückgang um 80 Prozent ausgewiesen hatte. Dagegen gewannen die Aktien von Black & Decker rund 9,6 Prozent auf 40,37 Dollar. Der Werkzeug-Hersteller für den Heimwerkerbedarf hatte einen höheren Gewinn im zweiten Quartal erzielt und seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,43 Milliarden Aktien den Besitzer. 574 Werte legten zu, 2734 gaben nach und 142 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,43 Milliarden Aktien 844 im Plus, 2717 im Minus und neun unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 7/32 auf 103-18/32. Sie rentierten mit 4,41 Prozent. Die 30-jährigen Bonds notierten 2/32 höher auf 101-14/32 und hatten eine Rendite von 5,28 Prozent.

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