Nervöser Handel
Gewinnmitnahmen und geringe Umsätzen beim Dax

Im Vorfeld des Zinsentscheids der US-Notenbank Fed haben Gewinnmitnahmen am Montag das Geschehen am deutschen Aktienmarkt geprägt, wobei deutlichster Verlierer die Titel von Infineon waren.

Reuters FRANKFURT. "Der Handel ist nervös, wir kämpfen mit der (charttechnischen) Unterstützung im Dax bei 6040/6070 Punkten", sagte Dirk Bach von der DG Bank in Frankfurt. Die Höhe der Zinssenkung bestimme wie es am Markt weitergehe. "Eine zu große Senkung würde das Potenzial für weitere (Zins-)Schritte aus dem Markt nehmen. Nachdem die Fed die Zinsen seit Jahresbeginn um 200 Basispunkte gesenkt hat, könnte man irgendwann denken, dass Greenspan sein Pulver verschossen hat." Bach erwarte eine Senkung um 25 Basispunkte. Der Deutsche Aktienindex notierte rund eine Stunde nach US-Börseneröffnung 1,13 % tiefer auf 6071 Punkten.

Von der für Dienstag anberaumten Fed-Sitzung erhoffen sich Marktteilnehmer richtungweisende Impulse. Auf Grund einer sich verschlechternden Arbeitsmarktlage geht die Mehrheit der von Reuters befragten Volkswirte von einer Zinssenkung um 50 Basispunkte aus. "Ein solcher Schritt sollte dem Markt etwas Auftrieb verleihen", sagte ein Frankfurter Händler. Peter van Kleef von Credit Lyonnais geht davon aus, dass die Fed die Zinsen dagegen um 25 Basispunkte senken wird. "Da werden viele enttäuscht sein. Ich denke, dass die Wirtschaft insgesamt nicht so schwach ist, und dass die Märkte zu schnell gewesen sind. Die Erwartungen sind zu groß, dass alles vorbei ist." Der Dax könne bis 5900 Punkte fallen.

Im Mittelpunkt des Handels standen am Montag die Titel des Halbleiterproduzenten Infineon , die mit einem Abschlag von mehr als vier Prozent auf 44,46 Euro die Liste der Verlierer anführten. Marktteilnehmer begründeten den Rückgang damit, dass es möglicherweise bald zu einem Überangebot an Infineon-Papieren am Markt kommen könne. Infineon-Chef Ulrich Schumacher hatte sich in einem Zeitungsbericht dafür ausgesprochen, dass sein bisheriger Mehrheitsgesellschafter Siemens seinen Anteil an dem Unternehmen deutlich senkt. Derzeit hält Siemens rund 56 % an Infineon.



Ebenfalls im Abwind lagen die Titel des Einzelhändlers Metro , die um 2,7 % auf 45,20 nachgaben. Marktteilnehmer befürchteten weitere Herunterstufungen des Wertes, sagten Händler. "Man kann davon ausgehen, dass noch weitere Herunterstufungen folgen werden, die die Aktie in den nächsten Tagen weiter unter Druck setzen werden", sagte ein Frankfurter Analyst. Bereits am Freitag hatten UBS Warburg und ABN Amro die Metro-Aktie herab gestuft und dies unter anderem mit einem schwachen Ergebnis der Unterhaltungselektronik-Sparte begründet.

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