Nervöser Handel in London
Europäische Börsen tendieren schwächer

Die europäischen Börsen haben am Mittwochvormittag leichter tendiert. Vor allem die Technologiewerte hätten nachgegeben, sagten Händler. Die erneute Abwärtsbewegung sei an der Wall Street am Dienstag durch den fast zwölfprozentigen Kursrutch des Softwareherstellers Oracle ausgelöst worden, hieß es.

Reuters EUROPA. Verantwortlich für diesen Kursrutsch machten Händler in den USA Gerüchte, wonach Oracle herunter gestuft werden solle. Die europäischen Technologiewerte seien auch von der vorsichtigen Gewinnerwartung des finnischen Mobilfunk-Zulieferers Perlos belastet worden, sagten Händler. Perlos hatte mitgeteilt, es sei möglich, dass das Unternehmen wegen der niedrigeren Kapazitätsauslastung in den Sommermonaten sein Gewinnziel nicht erreichen werde.

Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte ging zwar am Dienstag um 19,61 Punkte oder 0,18 % höher auf 10 719,74 Zählern aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index brach aber um 3,17 % auf 3 455,83 Zähler ein.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz lag gegen Mittag um 0,72 Prozent tiefer auf 4822 Zählern, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) fiel um 0,89 Prozent auf 4958 Punkte.

Nervöser Handel in London

An der Londoner Börse lag der FTSE-100-Index um 0,59 % niederiger auf 6 307 Punkten. Technologiewerte standen Händlern zufolge im Mittelpunkt. Im Sog der Nasdaq-Entwicklung fielen dabei Sema um 3,4 %, Sage um 4,2 % und Logica um 5,7 %. "Es ist keine Frage, der Markt ist sehr nervös", sagte ein Händler.

Zürich knapp behauptet

Die Schweizer Börse hat knapp behauptet tendiert. Im weiteren Verlauf wird allerdings von Händlern ein Anziehen des Marktes für möglich gehalten. Zwar seien die Vorgaben von der New Yorker Börse schwach gewesen, die Schweizer Börse dürfe aber weiter auf die Unterstützung durch Finanzwerte, Indexschwergewichte wie Novartis und Nestle und auch Chemiewerte zählen, hieß es. Letztere könnten von einem Branchenkommentar einer US-Investmentbank profitieren, sagte ein Händler. Die Investmentbank schreibe, dass europäische Chemieunternehmen von dem sich stabilisierenden Euro und den wieder etwas rückläufigen Ölpreisen profitieren sollten. Das könnte Werte wie Ciba , Clariant oder Lonza zu Gewinnen verhelfen, hiess es. Der SMI notierte gegen Mittag mit 7 938 Punkten um 0,13 % im Minus.

CAC-Index in Paris schwächer

Die Pariser Börse hat schwächer tendiert. Der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen fiel bis gegen Mittag um 1,21 % auf 6 323 Zähler. Zu den Verlieren zählten auch an dieser Börse die Telekommunikationswerte. So fielen France Telecom um 3,2 %, Cap Gemini um 3,4 % und Bouygues um 4,3 %. Auf der Verliererseite standen auch Accor mit einem Minus von 4,57 %. Es gebe am Markt Unsicherheit darüber, wie Accor eine mögliche Übernahme von Granada Compass finanzieren wolle, sagten Händler. Renault legten dagegen 3,14 % zu, nachdem Morgan Stanley die Gewinnerwartung bei Renault nach oben revidiert hatte.

Olivetti und Tecnos im Mittelpunkt in Mailand

Die Mailänder Börse hat sich leichter präsentiert. Der MIB30-Index notierte gegen Mittag um 0,53 % niedriger auf 45 737 Zählern. Im Mittelpunkt standen Händlern zufolge die Holdinggesellschaften der Telecom Italia, Olivetti und Tecnost . Bei Olivetti und Tecnost sollten die Aktionäre über eine Vereinfachung des Management-Systems abstimmen. Enel legten bei anhaltenden Spekulationen über eine Übernahme von Infostrada um 0,23 % zu.

Telefonica drückt den Markt in Madrid

An der Börse in Madrid fiel der Ibex-Index um 0,98 % auf 11 160 Punkte. Indexschwergewicht Telefonica habe den Markt mit einem Kursrückgang um 1,4 %belastet, sagten Händler. Den Kursrückgang von Telefonica begründeten Händler neben dem allgemeinen Druck auf den Sektor mit Gewinnmitnahmen. Stromversorger Iberdrola gaben um 1,4 % nach, nachdem das Unternehmen den Einstieg in die französische Ölgrppe Eni angekündigt hatte.

AEX-Index in Amsterdam knapp behauptet

An der Amsterdamer Börse lag der AEX-Index gegen Mittag um 0,4 % niedriger auf 667 Punkten. Im Einklang mit der Branchenentwicklung fielen Philips Electronics um 1,1 % und KPN Telecom um 1,9 %. ASM Lithography konnten sich dagegen um 2,5 % erholen. Am Montag und Dienstag war der Kurs der Aktie deutlich gesunken, nachdem Investoren befürchtet hatten, dass die Gesellschaft einen zu hohen Preis für die Übernahme des US-Unternehmens Silicon Valley bezahlen werde, sagten Händler.

ATX-Index in Wien leicht gesunken

An der Wiener Börse lag der ATX gegen Mittag mit 1 170,70 (1 171,47) Punkten leicht im Minus. Auf der Verliererseite standen Semperit mit einem Minus von 2,44 %. Flughafen Wien gaben auf 41,26 (41,90) Euro nach. Positiv entwickelten sich wieder die Versorger, wobei EVN mit einem Plus von 2,13 % deutlich mehr zulegten als Verbund, die auf 108,31 (108) Euro stiegen.

Gewinnmitnahmen in Brüssel

In Brüssel fiel der Bel20-Index am Vormittag um 0,17 % auf 3 089 Punkten. Gewinnmitnahmen hätten die meisten Kurse gedrückt, sagten Händler. Finanztitel und Indexschwergewicht Fortis gab um 0,14 % nach. KBC Bancassurance verloren 1,28 %. Auch Versorger Electrabel trugen mit einem Kursrückgang um 0,62 % zu dem Minus im Index bei.

Perstorp in Stockholm unter Druck

An einer leichteren Stockholmer Börse stand am Mittwoch die Aktie der Chemiegruppe Perstorp unter Druck, nachdem eine Investmentgesellschaft ihr Übernahmeangebot zurückgezogen hatte. Der Kurs der Perstorp-Aktie fiel nach Wiederaufnahme des Handels auf 81 Kronen von 118 skr am 27. September. Die Perstorp-Aktie war am 28. September in Erwartung einer Mitteilung vom Handel ausgesetzt worden.

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