Nervöses Umfeld: Dax-Ausblick: Irak-Krieg bestimmt die Kurse

Nervöses Umfeld
Dax-Ausblick: Irak-Krieg bestimmt die Kurse

Der Krieg im Irak wird auch in der kommenden Woche das Geschehen an der Börse bestimmen. Martkteilnehmer gehen weiter von einem sehr volatilen Verlauf aus. Eine Vorhersage über das Börsengeschehen sei extrem schwierig.

HB/vwd FRANKFURT. Die Investoren hätten sich praktisch damit abgefunden, dass sich der Krieg hinziehen werde. Eine Belagerung Bagdads könne sich über Wochen hinziehen. Unter den Anlegern habe sich aber eine gewisse "Kriegsmüdigkeit" breit gemacht. Die kurzfristig ausgebrochene Euphorie nach der Rede des US-Präsidenten und dem darin enthaltenen Ultimatum an Saddam Hussein sei praktisch vollkommen verschwunden.

Meldungen über Bombardierungen von Bagdad oder kleinere Scharmützel würden inzwischen vielmehr als "normal" wahrgenommen und hätten nur geringe Kursbewegungen zur Folge. Lediglich nachhaltigere Nachrichten, egal ob aus US-Sicht vorteilhafter oder nachteiliger Natur, würden sich in den Notierungen deutlich widerspiegeln. Sollte es in der kommenden Woche nicht zu außergewöhnlich negativen Nachrichten kommen, gehen Händler aber davon aus, dass die Unterstützung im Dax bei 2 480 Stellen halten wird. Bei einem für die Alliierten deutlich negativerem Kriegsverlauf sei selbst ein Bruch der Unterstützung bei 2 400 Punkten mit potenziell weiteren Kursverlusten nicht auszuschließen.

Andererseits sei ein Anstieg des Dax - entsprechende Erfolgsmeldungen aus dem Irak vorausgesetzt - bis auf ein Niveau von 2 730 Zähler durchaus möglich. Angesichts der Dominanz des Themas Irak-Krieg würden auch in der kommenden Woche Unternehmens- bzw Konjunkturdaten in den Hintergrund rücken. Sie dürften vornehmlich als Verstärker in die eine bzw andere Richtung dienen, entsprechend der Tendenz des Gesamtmarktes. Impulse gegen den Gesamtmarkttrend zu setzen, werde dagegen außerordentlich schwer fallen.

In einem solchen nervösen Umfeld werden die Börsen selbst auf unbedeutende Nachrichten aus dem Kriegsgebiet sensibel reagieren mit der Folge hoher Volatilität der Kurse. Dabei zeigt sich immer wieder, dass nach einem kräftigen Kursrückgang sofort neue Kaufneigung aufkommt und die sich bietenden Trading-Chancen genutzt werden. Die Commerzbank hält zahlreiche Aktien, insbesondere europäische, für deutlich unterbewertet. Nach dem Kriegsende dürften sie ihren Bewertungsrückstand rasch aufholen. Auf ermäßigtem Kursniveau bieten sich insbesondere Käufe in Daimler-Chrysler, Siemens oder Schering an.

Rein charttechnisch betrachtet stelle die Schulterlinie bei aktuell 2 500 Stellen eine Signalmarke nach unten dar. Darunter kommt der Dax nach Einschätzung von Marcel Mußler ins Rutschen. Über die Stationen 2 481 und 2 435 Punkte könnte es dann erst einmal bis auf 2 396 Punkte gehen. Steigende Kurse sieht der Charttechniker bei Niveaus oberhalb des kurzfristigen Abwärtstrends bei 2 645 Punkten. Dann könnte der Dax zunächst bis 2 720 und dann 2 803 steigen.

An Unternehmens- und Konjunkturdaten stehen am Montag die Aufsichtsratssitzung der Commerzbank zu Vorstandspersonalien sowie der Einkaufsmanagerindex Chicago für den Monat März auf dem Programm. Am Dienstag folgt dann der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe im Monat März. Am Mittwoch lädt Beiersdorf zur Bilanzpressekonferenz ein. Am Donnerstag findet die Bilanzpressekonferenz von Hugo Boss statt, des weiteren wird am Nachmittag der ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe März bekannt gegeben. Die Woche endet mit den US/Arbeitsmarktdaten für den Monat März am Freitag.

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