Nervosität ist groß
Dauerbrenner Maldini: „Finale ein Traum, der wahr wurde“

Er ist der Dauerbrenner des italienischen Fußballs. 14 Jahre nach seinem ersten Triumph mit den "Rossoneri" im Europapokal der Landesmeister will Paolo Maldini am Mittwochabend mit dem AC Mailand im Champions-League-Finale gegen Juventus Turin zum vierten Mal die wertvollste Club-Trophäe des Kontinents in Händen halten.

HB/dpa MANCHESTER. "Dieses Finale ist ein Traum, der Wahrheit geworden ist", sagte der Abwehrspieler, der im kommenden Monat 35 Jahre alt wird, vor dem Endspiel in Manchester. "Für den italienischen Fußball ist das ein außergewöhnliches Jahr."

Paolo Maldini gehört beim AC Mailand fast schon zum Inventar. Seit seinem ersten Einsatz in der Serie A als knapp 17-Jähriger hat er mehr als 450 Erstliga-Spiele für Milan bestritten und wurde mit den Rot-Schwarzen in dieser Zeit sechs Mal Landesmeister. International sind die drei Europacup-Siege im Mailänder Trikot die Glanzpunkte seiner Laufbahn. In einer Top-Mannschaft mit dem Oranje-Trio Ruud Gullit, Marco van Basten und Frank Rijkaard als Fixpunkten war Maldini noch Lehrling, als 1989 in Barcelona Steaua Bukarest mit 4:0 bezwungen wurde. Ein Jahr später hieß es in Wien 1:0 gegen Benfica Lissabon, ehe 1994 in Athen der FC Barcelona von Milan mit 4:0 abgefertigt wurde.

"Ich bin heute natürlich viel ruhiger als vor meinem ersten Finale 1989, auch wenn man als Kapitän auch immer noch ein bisschen nervös ist", sagt Maldini, heute ruhender Pol der Innenverteidigung. Doch er warnt auch: "Wir dürfen uns in Manchester von der Erwartungshaltung erdrücken lassen. Wir müssen unsere Nerven in den Griff bekommen." Mit seinem vierten Europacup-Triumph würde er den ganz Großen der Europapokal-Historie sehr nahe kommen. Nur Real Madrids Fußball- Legenden Francisco Gento (6) und Alfredo di Stefano (5) durften den "Pott" noch häufiger in die Höhe recken. Mit 14 Jahren Abstand hat sich allerdings noch niemand Europacupsieger nennen können.

Während Maldini auf Vereinsebene jede Menge Titel einheimste, blieb ihm im Dress der "Squadra azzurra" der ganz große Wurf versagt. Der 34-Jährige wurde nie Europa- oder Weltmeister, auch wenn er gerade bei WM-Endrunden einen besonderen Rekord sein Eigen nennen kann. Mit 2217 absolvierten Minuten bei WM-Turnieren stand Maldini länger auf dem Platz als jeder andere Spieler.

Diese Marke hat selbst ein Lothar Matthäus, der mit 25 die meisten Weltmeisterschafts-Einsätze auf seinem Konto hat, nicht erreicht. Verbessern kann Maldini seinen Rekord nicht mehr. Nach der unter umstrittenen Umständen erlittenen 1:2-Niederlage im WM-Achtelfinale 2002 gegen Südkorea gab er nach 126 Länderspielen seinen Rücktritt aus der "Squadra" bekannt.

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