Nervosität prägt die Stimmung an der Börse
Dax rutscht nach gutem Start ins Minus

Die Aktien der Deutschen Telekom und der Allianz trieben die deutsche Börse anfangs in die Gewinnzone. Später rutschte der Dax wieder ins Minus. An der allgemeinen Nervosität der Anleger hat sich wegen der in der Weltpolitik weiter bestehenden großen Unsicherheiten nichts geändert.

HB/FRANKFURT/M. Deutsche Aktien sind zunächst mit Kursgewinnen in den Handelstag gestartet. Am Nachmittag drehte der Markt jedoch wieder ins Minus. Der Deutsche Aktienindex (Dax) wurde bei Handelsende mit 4041,80 Punkten um 3,65 % niedriger ermittelt. Im Tageshoch erreichte der Index 4285,34 Zähler. Der Handel verlief erneut nervös. Die Risiko-Abneigung der Anleger sei nach den Terroristen-Attacken auf die USA sehr groß, sagten Analysten. Solange die politischen und ökonomischen Folgen der Anschläge unklar seien, müsse mit starken Kursschwankungen gerechnet werden.

Das größte Augenmerk gelte dabei der Entwicklung der Energiepreise. Die von der Opec in Aussicht gestellte reibungslose Ölversorgung der Welt und die Aussichten auf eine rezessionsbedingt geringere Nachfrage begrenze zwar das Potenzial weiterer Ölpreissteigerungen. Noch sei allerdings nicht sicher, ob die zu erwartende Antwort der USA nicht doch negative Auswirkungen auf die Ölversorgung haben und Ölpreisschocks hervorrufen werde.

Andererseits lehre die Vergangenheit, dass die Basis für eine neue Hausse stets in extrem unsicheren Zeiten gelegt worden sei, sagten Wall-Street-Analysten. Hieraus wurde auch in Deutschland die Hoffnung abgeleitet, dass die sich nach den Attacken gegen die USA abzeichnende globale Rezession möglicherweise nur kurz dauere. "In einem von Panik geprägten Umfeld machen Käufe von Aktien mehr Sinn als Verkäufe", wiederholte Ralp Bloch vom US Raymond James & Associates-Finanzhaus seine in der Vorwoche verbreitete Meinung.

"Die nahe Zukunft der Weltbörsen hängt ganz maßgeblich von der Reaktion der USA und der Nato ab", warnten Frankfurter Börsianer jedoch vor kurzfristig überzogenen Hoffnungen. Für zusätzliche Unsicherheit im Hinblick auf den kurzfristigen Weltbörsen-Trends sorgt auch die am Freitag an der Wall Street anstehende "triple witching hour". Das ist der gleichzeitige Verfall von Aktienoptionen, Aktienindexoptionen und Optionen auf Aktienindex-Futures.

Dass der Dax zunächst zugelegt hatte, war auch dem zeitweise starken Interesse an der T-Aktie zuzuschreiben. Am Markt wurde der zeitweise mehr als 4 %ige Kursanstieg damit begründet, dass Baisse-Spekulanten zur Eindeckung von Short- Positionen (Spekulation auf sinkende Kurse) gezwungen waren und Aktien gekauft haben. Zuletzt lagen Telekom nur noch um 0,75 % höher. Deutsche Post zogen um 4,69 % an. Die Versicherer konnten frühe Gewinne nicht halten. Allianz büßten 2,13 % ein, Münchener Rück 1,7 %. Die an den Vortagen im Sinkflug befindliche Lufthansa-Aktie verlor nach kurzem Höhenflug später weitere 0,95 %. Hier wird für die nächsten Tage mit einer weiteren Gewinnwarnung gerechnet.

Daimler-Chrysler verloren 9,5 %. Die Rating-Agentur Standard & Poor?s will das Rating des Autoriesens eventuell senken.

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