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Nestlé-Erpressung: Vier Jahre Haft für zwei Männer

Je vier Jahre Haft wegen versuchter Erpressung des Lebensmittelkonzerns Nestlé hat das Landgericht Frankfurt am Dienstag gegen die beiden Hauptangeklagten einer deutsch-indischen Gruppe aus Sachsen-Anhalt verhängt.

dpa FRANKFURT/MAIN. Die drei Mitangeklagten im Alter von 30 bis 52 Jahren wurden vom Vorwurf der Beihilfe zu der Millionen-Erpressung freigesprochen.

Die Hauptangeklagten - ein 30 Jahre alter indischer Gastwirt und ein 31 Jahre alter deutscher Händler - hatten nach Feststellung des Gerichts im Frühsommer 2000 dem Unternehmen gedroht, vergiftete Produkte bundesweit in Supermärkten zu deponieren und die Medien darüber zu informieren. Sie forderten 24 Mill. DM von dem Unternehmen. Die beiden Männer aus Aschersleben machten ihre Drohungen jedoch nicht wahr.

Für zwei der drei Mitangeklagten hatte die Staatsanwaltschaft Haftstrafen von 15 und 21 Monaten gefordert, weil sie an Vorbereitungshandlungen zur geplanten Geldübergabe beteiligt gewesen seien. Das Gericht hielt jedoch den Nachweis nicht für erbracht, dass die Mitangeklagten genauere Kenntnis von dem erpresserischen Unternehmen gehabt hätten. Die von den Erpressern gestellten Bedingungen für die Geldübergabe, zuletzt an einem Übergabeort in der Nähe von Aschersleben, hatten die Polizei auf die Spur der Täter gebracht und deren schnelle Festnahme ermöglicht.

In früheren Prozessen vor dem Landgericht Frankfurt sind bereits mehrere Angeklagte wegen Versuchen verurteilt worden, den Lebensmittelkonzern zu erpressen. Einige der Täter waren weitaus gefährlicher als die am Dienstag verurteilten. Die bisher höchste Haftstrafe von elf Jahren wurde im September 1999 gegen einen Deutsch-Rumänen verhängt, der Produkte der Firmen Nestle und Thomy mit Blausäure in zum Teil tödlicher Dosierung vergiftet und bundesweit in Supermärkten deponiert hatte, um 25 Mill. DM zu erpressen.

Dieses bisher größte Erpressungsmanöver gegen Nestlé zog sich über einen Zeitraum von nahezu zwei Jahren hin. Wegen der Gefährlichkeit der Blausäurevergiftungen waren die Medien eingeschaltet worden, um die Öffentlichkeit zu warnen. Die beiden betroffenen Firmen hatten Verluste und Kosten in zweistelliger Millionenhöhe zu tragen. Im Gegensatz dazu war der Schaden, die die Männer aus Aschersleben angerichtet hatten, nach Ansicht des Gerichts unbeträchtlich, weil die Täter bereits innerhalb weniger Wochen ermittelt und verhaftet wurden.

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