Netto-Gewinn gestiegen
Microsoft enttäuscht

Microsoft hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2001/2002 den Gewinn um rund zwölf Prozent auf 2,74 Milliarden Dollar erhöht. Der Gewinn pro Aktie legte in dem am 31. März beendeten Dreimonatsabschnitt auf 49 (Vorjahresvergleichszeit: 44) Cents zu.

dpa REDMOND. Das Microsoft-Quartalsergebnis profitierte von einem Sondergewinn von 847 Mill. Dollar aus dem Verkauf der Online-Reisebürofirma Expedia. Dagegen gab es Sonderbelastungen von 806 Mill. Dollar für Investment-Wertberichtigungen.

Der Umsatz kletterte dank solider Verkaufsergebnisse für das Betriebssystem Windows XP, für Microsoft-Anwendungssoftware und für die erst wenige Monate alte Spielekonsole XBox um rund 13 % auf 7,25 Milliarden Dollar. Microsoft hat gerade die XBox-Preise in Europa, Japan und Australien deutlich gesenkt, um die Spielekonsole einer breiteren Kundschaft zugänglich zu machen.

Das Unternehmen verwies für die Berichtszeit auf ein solides Umsatzwachstum und Kostensenkungsmaßnahmen. Windows XP wurde in der Berichtszeit in fast 60 % aller neuen PCs eingesetzt. Damit setzt sich Windows XP nach Darstellung von Microsoft schneller durch als frühere Windows-Versionen.

Microsoft steigerte den Umsatz in Nord- und Südamerika sowie im Südpazifik auf 2,76 (2,37) Milliarden Dollar, in der Region Europa/Naher Osten/Afrika auf 1,39 (1,20) Milliarden Dollar und bei den Computerherstellern auf 2,29 (1,99) Milliarden Dollar. In Asien gab es einen Umsatzrückgang auf 818 (836) Mio Dollar.

Microsoft hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 21,1 (18,7) Milliarden Dollar umgesetzt und 6,30 (7,28) Milliarden Dollar verdient. Das Unternehmen hatte Ende März liquide Mittel von 38,7 Milliarden Dollar in der Kasse.

Die Wall Street war aber über die relativ zurückhaltenden Microsoft-Prognosen für das vierte Quartal des laufenden Geschäftsjahres enttäuscht. Der weltgrößte Softwareanbieter rechnet für das laufende Quartal nur mit einem Umsatz von sieben Milliarden Dollar bis 7,1 Milliarden Dollar. Der Gewinn pro Aktie dürfte 41 bis 42 Cents betragen. Der operative Gewinn dürfte zwischen 2,9 Milliarden Dollar und drei Milliarden Dollar liegen.

Microsoft rechnet für das nächste Quartal mit einem etwas stärkeren PC-Wachstum. Dagegen seien die Erwartungen für die Informationstechnologie-Ausgaben der Unternehmen weiter ziemlich bescheiden, erklärte Finanzchef John Connors.

Die Microsoft-Aktien fielen nachbörslich stark von 56,37 Dollar auf 52,61 Dollar.

Das Unternehmen geht für das Gesamtjahr von einem Umsatz von 31,5 Milliarden Dollar bis 32,4 Milliarden Dollar und von einem operativen Gewinn von 13,3 Milliarden Dollar bis 13,6 Milliarden Dollar aus. Der Gewinn pro Aktie dürfte zwischen 1,89 Dollar und 1,92 Dollar liegen.

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