Netto insgesamt weniger verdient
Post sieht sich künftig als Marktführer

Post-Chef Klaus Zumwinkel sagte heute für die Deutsche Post einen Umsatzanstieg im laufenden Jahr um etwa sieben Milliarden Euro auf rund 40 Milliarden Euro voraus. Dabei werde der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz um gut zehn Punkte auf rund 40 Prozent steigen, zugleich werde der Anteil der Nicht-Brief-Aktivitäten am Gesamtgewinn auf knapp ein Drittel zulegen.

Reuters BERLIN. Der Chef der Deutsche Post World Net, Klaus Zumwinkel, sieht sein Unternehmen künftig als weltweit führendes Unternehmen auf seinem Markt. Das Unternehmen komme jetzt in einer Phase, in denen es die vielen Potenziale der Zukäufe und Verbesserungen der letzten Jahre mobilisieren werde, sagte er. Zudem erwartet er, dass der Bund im nächsten oder übernächsten Jahr weitere Anteile an dem Unternehmen privatisiert, also verkauft.



Die Deutsche Post hat im ersten Quartal dieses Jahres mit Ausnahme der Brief-Sparte in allen Geschäftsbereichen zugelegt, netto insgesamt jedoch weniger verdient. Insgesamt steigerte der Bonner Konzern nach eigenen Angaben vom Mittwoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seinen Umsatz um mehr als zehn Prozent auf 8,58 Milliarden Euro und sein Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Ebita) um 4,2 Prozent auf 840 Millionen Euro. Der Überschuss sei dagegen infolge eines planmäßig höheren Steueraufwands um 5,9 Prozent auf 539 Millionen Euro gesunken. Während die Unternehmenszweige Logistik, Express und Finanzdienstleistungen teilweise erheblich zulegten, lagen Umsatz und Ergebnis der Briefzustellung unter Vorjahr.

Ein aktuelles Ziel sei es derzeit, nun "im Schnell-Galopp" in wenigen Jahren eine starke Express-Gruppe in Europa aufzubauen. Der Erwerb von DHL habe die Position der Deutschen Post in diesem Bereich entscheidend verbessert. In Europa und Asien sehe er hier für sein Unternehmen führende Positionen, in den USA dagegen sei man noch nicht so weit. Allerdings sehe man einen Ausbau auf diesem Express-Markt derzeit auch nicht als vorrangig an. In der Logistik sehe er mit der Danzas-Gruppe große Chancen für Wachstum, insbesondere auf dem chinesischen Markt.

Profiteur von E-Commerce

Zumwinkel widersprach der These, dass das traditionelle Brief-Geschäft kein Wachstumsbereich mehr sei. Das Gegenteil belege allein schon das Wachstum in diesem Bereich im ersten Quartal 2001 um 5,5 Prozent. Ungeachtet dessen dürfte das größere Wachstumspotenzial aber in den Nicht-Brief-Aktiviäten liegen. Beim Beitrag zum Gesamtgewinn des Konzerns gehe er jedenfalls davon aus, dass schon 2001 die Nicht-Brief-Bereiche ihre Quote auf 30 bis 32 Prozent steigern dürften. Angestrebt werde ein Verhältnis von jeweils 50 Prozent des Gesamtgewinns durch Brief- und durch die Nicht-Brief-Aktivitäten, sagte Zumwinkel. Als "Profiteur" sieht Zumwinkel sein Unternehmen bei den sich entwickelnden Online-Geschäften (e-commerce), die letztlich durchweg einen Liefervorgang auslösten.

Die Deutsche Post hatte im Jahr 2000 rund 32,7 Milliarden Euro umgesetzt und dabei einen Jahresüberschuss von 1,53 Milliarden Euro erzielt. Für 2001 hatte die Gesellschaft Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis in Aussicht gestellt.

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