Archiv
Nettogewinn bei Lucent Technologies Inc.gesunken

Der US-Telekomausrüster Lucent Technologies Inc. hat trotz einer Umsatzsteigerung im vierten Quartal (per Ende September) weniger verdient - Lucent-Chef McGinn wurde entlassen.

REUTERS New York. Der US-Telekomausrüster Lucent Technologies Inc. hat trotz einer Umsatzsteigerung im vierten Quartal (per Ende September) weniger verdient. Der Gewinn aus fortlaufenden Geschäftstätigkeiten sei im Berichtsquartal um 22 Prozent auf 600 Millionen Dollar (1,4 Milliarden DM) von 768 Millionen Dollar ein Jahr zurückgegangen, teilte das Unternehmen am Montagabend nach Börsenschluss in New York mit. Den Gewinn je Aktie bezifferte Lucent Technologies auf 18 (24) Cents. Damit fiel das Ergebnis je Aktie allerdings noch etwas besser als von Analysten erwartet aus, die im Durchschnitt mit 17 Cents gerechnet hatten. Der Umsatz habe sich um 14,6 Prozent auf 9,4 (8,2) Milliarden Dollar erhöht, hieß es weiter.

Einschließlich Sonderaufwendungen wies Lucent einen Nettoverlust von 225 Millionen Dollar oder sieben Cents je Aktie aus verglichen mit einem Gewinn von 947 Millionen Dollar oder 29 Cents je Aktie ein Jahr zuvor. Lucent führte das schlechte Ergebnis auf unerwartet niedrige Umsätze und Gewinnmargen im Glasfasergeschäft und Verspätungen bei Produkteinführungen zurück. Analysten gehen davon aus, dass Lucent 12.000 Stellen oder zehn Prozent der Belegschaft abbauen muss, um Kosten zu senken und seine Bemühungen zur Produktentwicklung voranzutreiben.

Lucent hat seinen Chef entlassen

Lucent hatte am Montag zudem angesichts einer erneuten Senkung der Quartalsprognose seinen Chef Rich McGinn entlassen und vorübergehend durch den früheren Chairman Henry Schacht ersetzt. Der weltweit führende Hersteller von optischen Netzwerken sprach von einem "notwendigen" Schritt und schraubte zugleich seine Prognosen für das begonnene erste Quartal deutlich zurück. Damit setzte Lucent die Messlatte zum vierten Mal in diesem Jahr herab.

Gerüchte über eine baldige Entlassung McGinns machten seit Monaten die Runde. Lucent kämpft unverändert mit Problemen in der Herstellung und Produktentwicklung und versucht, mit Restrukturierungsmaßnahmen Boden gegenüber den Konkurrenten wieder gut zu machen. Obwohl McGinn die Probleme als lösbar bezeichnet hatte, forderten Investoren und Analysten einen mutigen Personalschnitt im Management.

Für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2000/2001 (per Ende Dezember) erwartet das in Murray Hill im US-Bundesstaat New Jersey ansässige Unternehmen einen Rückgang des Pro-Forma-Umsatzes aus laufenden Geschäften von etwa sieben Prozent. Der Pro-Forma-Gewinn je Aktie werde voraussichtlich bei Null liegen. Analysten hatten hingegen nach einer Umfrage von First Call/Thomson Financial für das erste Quartal einen Gewinn je Aktie von 23 Cents vorausgesagt nach 33 Cents im Vergleichszeitraum 1999/2000. Für die weiteren Quartale erwartet Lucent aber eine allmähliche Verbesserung der Ertragslage. Die Lucent-Aktie legte nach der Mitteilung des Unternehmens an der New Yorker Börse um 1,1 Prozent auf 22-7/8 Dollar zu.

Schacht, der dem Unternehmen bereits von 1995 bis 1997 vorstand, soll vorübergehend die Geschäfte und die Suche nach einem neuen Firmenchef leiten. Er versicherte, die Probleme von Lucent seien in den Griff zu bekommen. Der Telekomausrüster bekräftigte, dass die Pläne zur Ausgliederung des Mikroelektronik-Geschäfts und zum Verkauf der Sparte Power-Systems weiter vorangetrieben werden sollen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%