Nettogewinn zurückgegangen
BNP Paribas enttäuscht die Analysten

Die französische Großbank BNP Paribas hat am Donnerstag die Finanzmärkte mit unerwartet schwachen Quartalszahlen überrascht und damit auch die Aktien inländischer Konkurrenten belastet. Das Geldhaus begründete die früher als geplante Vorlage der Daten mit "außergewöhnlichen Turbulenzen" an den Finanzmärkten.

Reuters PARIS. Der Nachsteuer-Gewinn sei im zweiten Quartal um 13 Prozent auf eine Milliarde Euro zurückgegangen, teilte die nach Marktkapitalisierung größte Bank der Euro-Zone am Donnerstag mit. Von Reuters befragte Experten hatten im Schnitt 1,03 Milliarden Euro prognostiziert. Zudem fiel der Brutto-Gewinn im operativen Geschäft im Quartal per Ende Juni um 16 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, während Analysten im Schnitt 1,63 Milliarden Euro erwartet hatten. Die Netto-Einnahmen aus dem Bankengeschäft sanken um rund sechs Prozent auf 4,1 Milliarden Euro und lagen damit ebenfalls deutlich unter den Expertenprognosen. Zur Begründung des Einnahmen-Rückgangs verwies die Bank auf die anhaltende Schwäche der Kapitalmärkte.

BNP-Aktien gaben im frühen Geschäft an der Pariser Börse gegen den Markttrend mehr als drei Prozent nach. Auch die Titel der französischen Konkurrenten wie Societe Generale und Credit Lyonnais verloren zeitweise deutlich im Sog der BNP-Nachrichten. Marktteilnehmer zeigten sich enttäuscht von den Zahlen.

"In Anbetracht der außergewöhnlichen Turbulenzen, die die Finanzmärkte im Augenblick belasten, hält es BNP Paribas für angemessen, vorläufige Hinweise auf das Ergebnis des zweiten Quartals 2002 abzugeben", teilte die Bank, die kürzlich den Nürnberger Online-Broker Consors mehrheitlich übernommen hatte, weiter mit. Die endgültigen Ergebnisse sollen wie geplant am 1. August bekannt gegeben werden. Der Einnahmerückgang im Bankengeschäft beruhe hauptsächlich auf der Schwäche der Aktien- und Anleihemärkte. Die schwache Verfassung der Märkte im Juni habe die Einnahmen aus den Kerngeschäftsfeldern Firmenkunden und Investmentbanking ebenso wie aus der Vermögensverwaltung und dem Dienstleistungsbereich nachhaltig belastet, hieß es weiter. BNP schätzte die Risikovorsorge für das Quartal auf 300 Millionen Euro.

Marktteilnehmer zeigten sich enttäuscht von der überraschenden Vorlage der schwächer als erwarteten Zahlen. "Dies ist eine Warnung", sagte ein Händler in Paris. "Es ist nicht klar, wo das Problem tatsächlich liegt. Man kann aber davon ausgehen, dass dies den französischen Bankensektor belasten wird", fügte er hinzu. "Dies sind schlechte Nachrichten", ergänzte ein anderer Händler. BNP sei offenbar mehr von den Aktienmärkten abhängig als ursprünglich gedacht. BNP-Aktien lagen im Verlauf gegen den Markttrend an der Pariser Börse 3,49 Prozent im Minus bei 45,60 Euro. Die Titel von Credit Lyonnais notierten 0,6 Prozent schwächer. Societe Generale gaben knapp ein Prozent nach.

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