Nettoschäden zwischen 700 Mill. und 900 Mill. $
Zurich senkt wegen Anschlagsschäden Gewinnprognose

Der Schweizer Finanzkonzern Zurich Financial Services hat zum dritten Mal im laufenden Jahr eine Gewinnwarnung ausgegeben. Das Ziel eines normalisierten Reingewinnes von 1,8 bis 2 Mrd. Dollar im laufenden Jahr ist nach Angaben einer Zurich-Sprecherin vom Montag nicht mehr erreichbar. Es sei gegenwärtig schwierig, eine neue Prognose anzugeben.

rtr ZÜRICH. Der Gewinn hänge davon ab, wie sich die Finanzmärkte erholten, sagte sie weiter. Neben den geringeren Anlageerträgen machte Zurich die Folgen der Anschläge in den USA für die Senkung des Gewinnzieles veranwortlich. Der Konzern rechnet mit Nettoschäden vor Steuern in der Höhe von 700 Mill. bis 900 Mill. $. Dieser grösste Versicherungsschaden, den das Unternehmen jemals zu verzeichnen hatte, entspreche knapp 2 % des jährlichen Prämienvolumens von 55 Mrd. $. Zuvor hatte Zurich mit weniger als 400 Mill. $ gerechnet.

Die Schäden in Zusammenhang mit den Anschlägen würden zulasten des Gewinns und nicht der Reserven gehen. Die erwarteten Schäden stammten hauptsächlich aus dem amerikanischen Nichtleben- und Rückversicherungsgeschäft der Zürich. Die Farmers-Gruppe und das US-Lebensversicherungsgeschäft seien nur in geringem Umfang betroffen. Der Bruttoschaden der Gruppe inklusive des Teils, der an Rückversicherer abgegeben wurde, sei wesentlich höher.

Über 98 % der Rückversicherungsdeckung sei mit Gesellschaften abgeschlossen worden, die von Standard & Poor's mit einem Rating der Kategorie "A" oder höher bewertet seien. Der Gruppengewinn werde auch durch rückläufige Kapitalgewinne, geringere Anlageerträge und verminderte Erträge von Geschäftsbereichen, die stark von der Entwicklung der Aktienmärkte abhängig sei, negativ beeinflusst.

Belastend wirke schliesslich die Verzögerung der konjunkturellen Erholung. In den vergangenen 24 Monaten habe Zurich im Bereich des Unternehmensgeschäftes jedoch eine Verbesserung der Marktbedingungen festgestellt. Als Folge der Anschläge sei das Niveau der Prämien signifikant gestiegen.

Zusammen mit der Effizienzsteigerung erwartet das Unternehmen, dass sich der positive Trend in den versicherungstechnischen Resultaten der nächsten Monate und Jahre weiter verstärken werde. Marktteilnehmer erklärten, mit der Gewinnwarnung habe Zurich die Anleger erneut enttäuscht. Die Aktien gaben an der Schweizer Börse bis 10.15 Uhr 13,7 % auf 302 SFR nach, nachdem sie zuvor bei 299,50 SFR ein Tief verzeichnet hatten.

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