Nettoverlust sank um 40 Prozent
Sparprogramm zeigt bei Evotec Erfolge

Die Biotechnologiefirma Evotec OAI hat dank eines strikten Sparprogramms in der ersten Jahreshälfte im operativen Geschäft den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Konzernchef Jörn Aldag zeigte sich am Dienstag zuversichtlich, auch zum Jahresende wie geplant ein positives Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (Bitda) zu schaffen sowie ein Umsatzwachstum von zehn bis 15 %.

Reuters HAMBURG. "Wir sind ziemlich dicht am Zielkorridor", sagte Aldag im Interview mit Reuters mit Blick auf das Ergebnisziel 2003. Im ersten Halbjahr erwirtschaftete das Hamburger Unternehmen ein Ebitda von 0,6 Mill. ?. Im Vorjahreszeitraum hatte die im TecDax gelistete Firma noch einen operativen Verlust von 3,1 Mill. ? verzeichnet. Trotz seines Sparkurses schrieb Evotec unter dem Strich weiter rote Zahlen. Der Nettoverlust sank aber um 40 % auf 8,2 Mill. ?. Die Evotec-Aktie notierte am Nachmittag in einem freundlichen Gesamtmarkt 2,2 % im Minus bei 4,44 ?.

Evotec habe seine Vertriebs- und Verwaltungskosten erheblich gesenkt, hieß es. "Wir haben Überflüssiges einfach gestrichen", sagte Aldag. Dazu beigetragen habe, dass Evotec seine Forschungsaktivität 2002 in der Technologie-Entwicklung gestrafft habe. Dadurch seien die Forschungskosten um 34 % gesunken. Die liquiden Mittel - eine wichtige Kennziffer bei jungen Biotechfirmen, da sie branchenweit auf Grund hoher Kosten und geringer Einnahmen überwiegend eine schwache Kapitaldecke aufweisen - lagen Ende Juni bei 16,3 Mill. ?.

Zum weiteren Geschäftsverlauf hieß es, Evotec erwarte ein starkes drittes Quartal. Im September seien beträchtliche Instrumentenlieferungen an den US-Pharmakonzern Pfizer geplant. Evotec ist spezialisiert auf Dienstleistungen für die Pharma-Wirkstoffforschung, die gegenwärtig mit rund 80 % zum Umsatz beitragen. Dazu gehört die Prüfung von Substanzen auf ihre Eignung als Arzneimittelwirkstoffe und die Entwicklung der dafür notwendigen Testsysteme.

Im Juli hätten sich die Umsätze bereits auf 67 Mill. ? belaufen, teilte Evotec mit. Das entspreche 86 % der Analystenerwartungen für das Gesamtjahr. "Angesichts der 86 % heute, sind wir zuversichtlich, dass wir die restlichen 14 % schaffen." Das erwartete Umsatzwachstum 2003 hänge aber von einer konstanten Währungsentwicklung ab. Evotec spürt wie auch andere in Euro bilanzierende Unternehmen den schwachen Dollar. Das US-Geschäft trägt rund 40 % zum Gesamtumsatz bei. Im ersten Halbjahr stiegen die Erlöse um fünf Prozent auf 34,8 Mill. ?. Währungsbereinigt habe das Wachstum aber 16 % betragen, sagte Aldag.

Analysten bewerteten den kleinen Betriebsgewinn positiv. Thomas Höger, Analyst bei der DZ Bank, sagte: "Das Ebitda ist positiver ausgefallen als vom Markt erwartet." Das sei eine gute Leistung in einem schwierigen Umfeld. Hanns Frohnmeyer von der LBBW sagte: "Auffällig ist, dass das Hauptgeschäft nicht wächst." Das Geschäft mit biologischen und chemischen Dienstleistungen sei hart umkämpft. Er fügte mit Blick auf den Konzernverlust nach Steuern hinzu: "Die Frage ist, wann wird das Unternehmen schwarze Zahlen schreiben?"

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%