Nettoverlust von 12,3 Mrd. € im ersten Halbjahr
Vivendi meldet Rekordverlust

Der hochverschuldete französisch-amerikanische Medienkonzern Vivendi Universal hat im ersten Halbjahr 2002 auf Grund von Abschreibungen und Rückstellungen einen milliardenhohen Fehlbetrag verbucht.

rtr PARIS. Dennoch seien der operative Gewinn und der Umsatz im ersten Halbjahr gestiegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Paris mit. Um seinen Schuldenberg zu verringern, will sich Vivendi nach eigenen Angaben von einem Teil seiner Vermögenswerte trennen. Der Aktienkurs des Unternehmens verlor nach der Mitteilung und der Heruntersetzung der Kreditwürdigkeit durch die Investmentbank Standard & Poor's an einer deutlich schwächer tendierenden Pariser Börse ein Zehntel seines Werts.

Der Nettoverlust beträgt im ersten Halbjahr nach Angaben des Unternehmens 12,3 Mrd. ?, der Verlust je Aktie 11,32 ?. Der operative Gewinn sei dagegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 2,4 Mrd. ?, der Umsatz auf 29,99 (Vorjahresperiode 26,44) Mrd. ? gestiegen. Die Ergebnisbelastung mache in diesem Zeitraum durch Firmenwertabschreibungen elf Mrd. ? und durch Rückstellungen 3,4 Mrd. ? aus. Ohne die Firmenwertabschreibungen und andere Sonderfaktoren beträgt der Nettoverlust den Angaben nach 66 Mill. ?.

Um seinen Schuldenberg von derzeit rund 19 Mrd. ? zu verringern, wolle sich Vivendi von Vermögenswerten im Wert von mindestens zehn Mrd. ? trennen, teilte das Unternehmen weiter mit. Der Verwaltungsrat habe die Veräußerung von Beteiligungen im Volumen von fünf Mrd. ? in den kommenden neun Monaten beschlossen. Zum Verkauf stehe unter anderem der US-Verlag Houghton Mifflin, den Vivendi erst im Juni vergangenen Jahres für 2,2 Mrd. Dollar erworben hatte.

Standard & Poor's senkte nach der Bekanntgabe der Zahlen ihr langfristiges und kurzfristiges Kreditrating für Vivendi auf "BB" und "B" von "BBB" und "A-3". Danach fielen die Aktien in der Spitze um zehn Prozent auf 14,30 ?.

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