Network of the World muss mit 500 Millionen Dollar weniger auskommen
Cyberworks streicht ein Drittel seiner Web-TV-Investitionen

HONKONG. Das Hongkonger Internet- und Telekomunternehmen Pacific Century Cyberworks (PCCW) fährt seine Investitionen in den Web-TV-Kanal Network of the World (NOW) zurück. NOW dient PCCW als Speerspitze beim Vorstoß ins Geschäft mit Breitband-Internet. Cyberworks-Managern zufolge werden über die kommenden fünf Jahre nur 1 Mrd. $ für den Aufbau neuer NOW-Inhalte und anderer Dienste in Asien zur Verfügung stehen. Ursprünglich sollten alleine für NOW 1,5 Mrd. $ fließen - weit mehr als Wettbewerber in ihre Experimente mit Digital-TV stecken.

Das PCCW-Management beteuert, es werde an dem Projekt festhalten, und bestreitet, dass es die Investitionen aufgrund der enttäuschenden Entwicklung von NOW zusammengestrichen habe. Der Kanal hat Schwierigkeiten, Zuschauer zu gewinnen. Medien-Analysten kritisieren zudem die begrenzten Inhalte.

Der Entscheidung vorausgegangen waren Treffen zwischen dem Management und Fondsmanagern in Europa und den USA. Einige von ihnen kritisierten, dass Cyberworks verhältnismäßig viel Geld in ein Geschäftsfeld stecke, das sich noch nicht bewährt habe. In Absprache mit Investoren haben PCCW-Manager ihre NOW-Pläne geändert. Sie sollen in den kommenden Wochen publik gemacht werden. Hongkonger Zeitungsberichte, nach denen NOW eine fundamentale Umstrukturierung inklusive massiver Entlassungen bevorstehe, dementiert das Unternehmen.

Die Unsicherheit über die Aussichten von NOW ist einer der Gründe, warum PCCW an der Börse bluten muss. Letzte Woche fiel der Aktienkurs mit 4,85 HK$ auf ein Jahrestief, gestern schloss sie bei 5,15 HK$. Im Februar, kurz vor der Bekanntgabe der Übernahme der Telekomgesellschaft Cable & Wireless HKT, war der Titel noch 28,50 H$ wert.

"Ja, wir fahren die Investitionen in NOW zurück", meint Vize-Chairman Alex Arena. "Warum sollten wir nicht? Unsere Wettbewerber stolpern überall; wir brauchen nicht mehr so aggressiv investieren, um die Nase vorn zu behalten." Manager bestreiten, dass NOW ein Finanzloch ohne Boden sei. "Wir geben nur einen Bruchteil davon aus, was die Leute glauben", sagt Jeff Bowden, der Manager der die Verantwortung für den Web-TV-Kanal trägt. Seit dem Start 1997 hat Cyberworks-seinem Chef Richard Li zufolge 176 Mill. $ in NOW gesteckt.

Laut Arena soll der Ausbau von NOW beschleunigt werden. Der weltweite Ausverkauf bei Technologie-Werten, unter dem auch sein eigenes Unternehmen leide, mache es jetzt möglich, Firmen billig zu übernehmen oder Allianzen zu schließen. Kritiker bemängeln seit langem, dass PCCW den Löwenanteil seiner auf Asien zielenden Programme im fernen London produziert. Um lokale Inhalte ins Angebot zu bekommen, will Cyberworks Studios in Taiwan und Hongkong eröffnen. Ein Tochterunternehmen baut den Kanal derzeit in Japan auf, und es gibt Pläne, nach China zu expandieren.

Derzeit sendet NOW eine Mischung aus Nachrichten, Sport und Musik in einem interaktiven Format. Der Sender kann entweder über Satellit oder Hochgeschwindigkeits-Internet-Zugang empfangen werden. Cyberworks-Chef Li will NOW auch dazu benutzen, Breitband-Internet populärer zu machen. Das würde seinem Telekommunikations- und Internet-Geschäft zu gute kommen.olm

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