Network reduziert Planzahlen
Turbulenter Handel am Neuen Markt

Wer sich zuletzt an flaue Börsenumsätze und lustlosen Handel bereits gewöhnt hatte - die letzten Wochen waren alles andere als hektisch - dem muss der gestrige Handelstag reichlich turbulent vorgekommen sein.

FRANKFURT/M. Ordentlich Schwung brachten diverse Unternehmensnachrichten, Konjunkturdaten sowie die Nasdaq-Eröffnung in die beiden Indizes. Nach kräftigem Auf und Ab hatte der Nemax am Ende 1,4 % auf 1 107,82 Punkte verloren, beim Nemax 50 waren es ebenfalls 1,4 % auf 1 074,78 Punkte.

Das deutliche Minus der Nasdaq vom Dienstag hatte den Neuen Markt gestern bis zur Mittagszeit bereits fast 3 % in die Tiefe gerissen. Dann aber klarte der Himmel am frühen Nachmittag auf. Die Nachricht, dass das US-Bruttoinlandsprodukt zwar schlechter, aber immer noch besser als erwartet ausgefallen war, ließ die Indizes kurzzeitig sogar ins Plus driften. Der Aufschwung währte jedoch nicht lange. Als die US-Technologiebörse Nasdaq erneut deutlich im Minus eröffnete, war hier zu Lande die Schönwetterperiode schon wieder vorüber.

Sorgen bereiteten den Anlegern auch diverse Unternehmensnachrichten. Alle voran aus dem Hause Kinowelt . Dem Münchener Medienunternehmen drohe die Zahlungsunfähigkeit, falls einige Banken einen Kredit über 60 Mill. Euro fällig stellen würden, hatte die bis dato weitgehend unbekannte "Netzeitung" gemeldet. Zudem ist schon seit längerem von Absatzschwierigkeiten die Rede. Von Bankenseite kam zwar - allen voran von der beim Börsengang konsortialführenden BHF-Bank - ein umgehendes Dementi. Trotzdem stürzte die Aktie erstmals in ihrer Geschichte am Neuen Markt unter einen Euro. Mit einem Verlust von 15,6 % stand sie am Ende bei 0,92 Euro. Kinowelt selbst schwieg zu den Behauptungen. Am Freitag will das Unternehmen seine Zahlen für das erste Halbjahr und einen Ausblick auf die weitere Entwicklung präsentieren.

Worüber die Anleger bei Kinowelt noch spekulierten, wurde gestern bereits bei der Gesellschaft für Network Training AG (GfN) Realität. Das Stuttgarter Unternehmen musste seine Planzahlen für das laufende Jahr deutlich reduzieren. Es soll sogar weniger als im Vorjahr umgesetzt werden, als 77,3 Mill. DM durch die Bücher gingen. Statt eines positiven Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 2,2 Mill. DM soll diesmal ein noch ungenannter Verlust stehen. Als Penny-Stock darf die GfN-Aktie zwar seit Mitte August bezeichnet werden, die gestrige Ankündigung ließ sie jedoch nach erst kräftigem Absacken um 11,7 % auf 0,95 Euro steigen.

Im Gegensatz zu GfN hat die Datadesign-Aktie seit Mitte August ihren Wert verdoppelt. Ein Auftrag der Volks- und Raiffeisenbanken mit einem Volumen von knapp einer Million DM hat dem Papier gestern noch einmal einen Schub von 21,8 % auf 2,68 Euro gegeben. Der Münchener Software-Spezialist sieht damit die Tür geöffnet für weitere Geschäfte im Bereich Rechenzentren. Gut im Geschäft präsentierte sich auch PGAM. Der Systemintegrator für die Autoindustrie durfte sich nach einem deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg im ersten Halbjahr über ein Plus von 26,5 % auf 3,92 Euro freuen. Am Markt wurde die Solidität des Unternehmens gelobt.

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