Networking / Arbeiten und Entspannen im (sozialen) Netz
Netzwerk-Strukturen als Erfolgs- und Sicherheitskonzept für Manager

"Networking" bleibt auch nach der Dot.com-Revolution als neue alte Organisations- und Managementmethode im Trend.

Als mit dem Boom der "New Economy" die jugendlichen Turnschuh- und T-Shirt-Träger in die Chefetagen einzogen, entsorgten sie neben den Insignien der tradierten Kleiderordnung auch einige betriebswirtschaftlich-konservative Grundwerte in die Abstellkammer der Wirtschaftsgeschichte. Die Gründerkinder der Spaßgesellschaft brachten Phantasie, Kreativität und Vision mit in die von ihnen entworfenen Unternehmenskonzepte - Dinge, die in vielen etablierten deutschen Firmen schon zum grossen Teil abhanden gekommen waren. Klassische, aber langweilige Zielgrössen wie Struktur und Rendite gerieten zeitweilig gegenüber explosionsartigem Wachstum und Börsenperspektive in den Hintergrund.



Mit dem Abschwächen der Börsenphantasie trat überraschend schnell eine Katerstimmung an die Stelle des Erfolgsrausches. Einige der Boom-Blumenkinder wurden seriös oder traten - mehr oder weniger freiwillig - in den vorzeitigen Ruhestand. Im Internet zu sein, war und ist plötzlich nichts ungewöhnliches mehr - und vor allem kein hinreichender Grund für Investoren, spontan mehrstellige Millionensummen zu überweisen.

Für Häme und "Das hab ich doch schon immer vorhergesagt" - Stimmen gibt es trotzdem keinen Anlass. Die technologiegetriebenen Produktivitätsschübe gehen weiter. Vor allem aber der Kulturwandel in den Unternehmen ist nicht aufzuhalten. Dabei zeigen die Technologiekonzepte auffällige Ähnlichkeiten mit den Organisationsmetaphern in der realen Unternehmenswelt.

Verteilt macht stark

Während in mittlererweile grauer IT-Vorzeit zentrale Server als solide Autoritäten mit nur geringfügiger Rechenleistung ausgestattete Terminal-Rechner steuerten, dominieren heute heterogene Netze die Firmenlandschaft. Inzwischen ausgebaut zu Intra- oder Extranets, können dort die Informationen ebenso wie die Business-Intelligenz quer über die verbundenen Rechner verteilt sein.

Nicht selten sind die so entstandenen Strukturen schwer zu begreifen und für die Verantwortlichen schwer zu koordinieren. Trotzdem hat sich das Konzept der verteilten Rechenintelligenz gegen alle unverändert bestehenden Zentralisierungsbestrebungen durchgesetzt, vor allem wegen der höheren Autonomie und damit einer größeren Effizienz und Motivation für die Mitarbeiter. Bei Client-Server-Systemen kann ein einzelner Rechner Leistungen von einem Zentralrechner beziehen, wenn es nötig und richtig ist. Krönung der Symbolik ist letztlich das Internet: Chaotisch, völlig unverständlich und unübersichtlich, aber sogar militärisch gesehen unzerstörbar und von unglaublicher Effizienz.

Mit verblüffenden Parallelen folgen unternehmerische Organisationsentscheidungen diesen Technikmetaphern. Mit der fortschreitenden Bedeutung des Produktionsfaktors Humankapital steigt die Bestimmungsmacht des einzelnen Mitarbeiters. Kreative, hochqualifizierte Mitarbeiter - unverzichtbares und seltenes Lebenselexier für zukunftsfähige Unternehmen - lassen sich nicht auf zentralistische, autoritäre Strukturen ein. Die neuen, netzwerkartigen Strukturen lassen allenfalls einzelne Knotenpunkte zu. Zentrale, koordinierende Instanzen haben darin nur eine Existenzberechtigung, wenn sie auf Anfrage nachhaltige Ressourcen zur Verfügung stellen können oder als Schnittstelle zu externen Parallelsystemen dienen. Wer sich als Unternehmensgestalter diesem Trend entgegenstellt, wird auf die "High-Potentials" der Zukunft verzichten müssen.

Im Netz herrscht Geben und Nehmen

"Networking" hat sich aber auch als erfolgreiche persönliche Strategie etabliert - und ist dabei mehr als nur ein neuer Begriff für die leicht anrüchigen und unter Korruptionsverdacht stehenden "guten Beziehungen", die auch schon vor 100 Jahren in jedem Teil der Wirtschaft wichtig waren. Der schwer zu übersetzende Anglizismus meint ein positives, aktiv gepflegtes, von Geben und Nehmen geprägtes Austauschverhältnis, das sich quer durch das Berufs- bis ins Privatleben entwickeln kann. Als neue Metapher für das Selbstmanagement wird dieses Konzept Bestand haben - unabhängig davon, ob am Neuen Markt Höchst- oder Tiefststände notiert werden.

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