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Networxs-Chef Helmar Hipp über E-Learning

Helmar Hipp, Vorstand der Holtzbrinck NetworXs AG , über die Strategiefaktoren von E-Learning-Maßnahmen, Anwendungspotenziale und die Abgrenzung zum Online-Wissensmanagement

Herr Hipp, wo verläuft Ihrer Meinung nach die Grenze zwischen E-Learning und Online-Wissensmanagement?

E-Learning muss im Gegensatz zu Online-Wissensmanagement nicht unbedingt im Internet stattfinden. Wissensmanagement setzt in den meisten Fällen auf vorhandenen Dokumenten und Informationen auf. Bei Wissensmanagement wird versucht, mit Hilfe von technischen Lösungen Informationen in strukturierter Form für die jeweiligen Bezugsgruppen verfügbar zu machen. Kurz gesagt: Anbieter von Lösungen für Online-Wissensmanagement bauen Marktplätze für Unternehmensinformationen.

E-Learning-Anbieter setzen sich mit den Themen inhaltlich auseinander. Sie müssen im Gegensatz zum Online-Wissensmanager ihre Themen in der Tiefe kennen. Wer beispielsweise von US-GAAP nichts versteht, kann dieses Wissen auch nicht vermitteln. E-Learning-Anbieter entwickeln Produkte und Konzepte zur Vermittlung von aktuellem oder neuem Wissen unter Nutzung von Internettechnologie.

Computerbasierte Trainings können zudem in Form von CD-Roms oder DVDs zum Einsatz kommen. Diese Inhalte können nur begrenzt in einem Wissens-Netzwerk den Mitarbeitern eines Unternehmens zur Verfügung gestellt und aktualisiert werden. E-Learning hat dann viele Parallelen zu Online-Wissensmanagement, wenn die Lerninhalte in einem zentralen, online verfügbaren Lernmanagement-System verwaltet werden und so den Mitarbeitern zugänglich gemacht werden.

Welches sind die ersten und wichtigsten Schritte beim Aufbau eines E-Learning und worauf müssen Unternehmen dabei unbedingt beachten?

Bedarfsevaluierung: Zunächst muss der tatsächliche Bedarf an E-Learning-Maßnahmen der Mitarbeiter ermittelt werden, denn sie sind letztendlich auch die Anwender. Das bedeutet, dass die strategische Beratung bei E-Learning-Angeboten hohe Priorität hat.

Nicht alle Inhalte lassen sich durch E-Learning-Programme vermitteln. Häufig ist eine Kombination von Offline- und Online-Trainings notwendig, um den gewünschten Erfolg, nämlich die erfolgreiche Schulung der Mitarbeiter und zusätzliche Kostenreduzierung, zu erreichen.

Budgetierung: Wie hoch ist das zur Verfügung stehende Budget? Können wir auf standardisierte Lösungen zurückgreifen? Bei individuellen Lösungen ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und dem Unternehmen Voraussetzung für den Erfolg.

Erfolgskontrolle: Kriterien für die Erfolgskontrolle festlegen

Wo sehen Sie die größten Anwendungspotenziale von E-Learning im geschäftlichen wie auch privaten Bereich?

Im geschäftlichen Bereich ist Bedarf vorhanden insbesondere bei Schulungen für IT-Fachkräfte und an WBTs (Web-based Trainings) in den Bereichen BWL, IT, Recht und Sprachen.

Im B2C-Bereich sehen wir großes Entwicklungspotenzial bei Online-Nachhilfe mit Live-Coaching für Schüler und webbasierten Trainings zur Prüfungsvorbereitung für Studenten

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Wie hoch schätzen Sie die Einsparmöglichkeiten ein?

Die Einsparmöglichkeiten liegen bei 30-40 Prozent der Kosten für klassische Schulungsmethoden. Zusätzlich ergibt sich in der Regel ein Zeitvorteil bei der Einführung neuer Produkte.

Was sind die großen E-Learning-Trends der Zukunft?

Mobile Applikationen für Handy und Palmtops und - mit zunehmender Bandbreitenverfügbarkeit - auch simulationsbasierte Trainings werden die Richtung bestimmen.

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