Netz in Baden-Württemberg geht endgültig an US-britischen Investor
Callahan und Telekom schließen Kabel-Deal ab

Das TV-Kabelnetz in Baden-Württemberg geht für etwa 1,2 Milliarden Euro an den US-britischen Investor Callahan. Nach jahrelangen Verhandlungen trennt sich die Deutsche Telekom damit von allen Mehrheiten an ihren Kabelgesellschaften. Callahan investiert bereits in den Ausbau des Netzes in NRW.

slo DÜSSELDORF. Der Verkauf des TV-Kabelnetzes der Deutschen Telekom in Baden-Württemberg ist perfekt. Die Mehrheit an der Regionalgesellschaft gehört nun endgültig der US-britischen Callahan-Gruppe. Das gaben beide Unternehmen gestern bekannt. Die Callahan Associates International LLC Ltd hat nach Angaben aus Verhandlungskreisen 1,2 Mrd.Euro für 60 % an der Kabelregionalgesellschaft gezahlt. Das Unternehmen hat zudem die Option für den Kauf der restlichen Anteile.

Der Deal sollte ursprünglich Anfang 2001 abgeschlossen sein. Nachverhandlungen über den Preis haben das Geschäft aber verzögert, heißt es aus dem Umfeld der Unternehmen.

Die Telekom hat sich jetzt von den Mehrheiten an allen Kabelregionalgesellschaften getrennt. Im Juni vergangenen Jahres hat Callahan bereits das TV-Kabel in Nordrhein-Westfalen übernommen, in beiden Fällen hat die Investmentbank Salomon Smith Barney die finanzielle Beratung übernommen. In Hessen hat ein Konsortium des britischen Kabelunternehmens NTL 65 % der Regionalgesellschaft erworben. Und in der vergangenen Woche hat der US-Konzern Liberty Media einen Vertrag mit der Telekom über den Verkauf der sechs verbliebenen Kabelnetzregionen unterschrieben. Hinter diesem Deal stehen jedoch noch einige Fragezeichen. Liberty Media will offenbar vom Kauf der Kabelnetze zurücktreten, falls sich seine Deutschland-Pläne nicht durchsetzen lassen. Kommt das Geschäft zustande, werden Liberty und Callahan zusammen 93 % des Kabels kontrollieren. NTL kommt auf 7 % Marktanteil.

Investition von 3 Mrd. Euro

Callahan will 3 Mrd. Euro in den Ausbau des Netzes in Baden-Württemberg investieren. Die erste Haushalte sollen Mitte 2002 an das aufgerüstete Netz angeschlossen werden, kündigte Callahan-Europa-Chef David Colley an. Um die Kosten beim Netzausbau zu senken, sei die Zusammenarbeit mit Liberty durchaus denkbar, sagte Colley. Man könne beispielsweise gemeinsam neue Dienste entwickeln. Bisher gebe es jedoch noch keine Kooperationsgespräche mit Liberty.

Im Frühjahr dieses Jahr hat die Callahan-Tochter Kabel NRW begonnen, das Netz in Nordrhein-Westfalen aufzurüsten. Die ersten Haushalte im Raum Düsseldorf und Köln werden bereits an die ausgebaute Infrastruktur angeschlossen. Ab Oktober sollen diese Kunden neben ihrem regulären Fernsehangebot via Fernsehapparat im Internet surfen, E-Mails versenden und telefonieren können. Später sollen digitale Fernsehprogramme das Angebot erweitern. Callahan will allein in Nordrhein-Westfalen mit seinen 4,2 Millionen Kabelkunden 9 Mrd. DM in die Aufrüstung des Netzes investieren. In zwei Jahren sollen alle nordrhein-westfälischen Haushalte die multimediale Datenautobahn nutzen können.

Callahan wollte ebenfalls die regionale Telefongesellschaft Netcologne Übernehmen. Nach Angaben der Netcologne-Mehrheitseigner GEW sind die Gespräche darüber ohne Ergebnis abgebrochen worden. Dasselbe gilt nach Angaben aus Branchenkreisen für Verhandlungen mit dem italienischen Internetdienstleister E-Biscom. Man habe sich nicht über den geforderten Kaufpreis von 1,1 Mrd. DM einigen können. Die GEW kündigte daher an, Netcologne wie bisher weiterzuführen. Ursprünglich hatte der Netcologne-Hauptgesellschafter betont, das Tochterunternehmen brauche einen starken Partner, um expandieren zu können.

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