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Netzbetreiber sehen Sparpotenziale in Milliardenhöhe

Denn die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post erweiterte am Dienstag in einer "Interpretationshilfe" zur Lizenzvereinbarung die Möglichkeiten für die Unternehmen, die aufwendige Netzinfrastruktur gemeinsam zu nutzen.

ap BONN. Mobilcom-Chef Gerhard Schmid rechnet allein für sein Unternehmen mit Einsparungen bis zu vier Milliarden Mark (2,05 Milliarden Euro). Die Nutzer könnten auf eine schnellere flächendeckende Versorgung hoffen.

Die Entscheidung der Regulierungsbehörde ermöglicht den sechs Mobilfunkunternehmen, die jeweils rund 16 Milliarden Mark für eine deutsche UMTS-Lizenz bezahlten und mit weiteren Investitionen in Milliardenhöhe für den Netzaufbau zu rechnen haben, künftig nicht nur Standorte und Antennen gemeinsam zu nutzen, sondern auch Sende- und Empfangseinrichtungen. Allerdings muss dabei jeder Betreiber die Funktionsherrschaft über sein Netz und seine wettbewerbliche Unabhängigkeit behalten. Dies soll durch neue Software, die bis spätestens 2003 zur Verfügung stellen soll, möglich werden.

Vor allem die kleineren Mobilfunkbetreiber zeigten sich sehr zufrieden mit der Entscheidung. Der Sprecher des drittgrößten deutschen Mobilfunkbetreibers E-Plus, Claas Sandrock, sprach von einem `absolut richtigen Zeichen" der Regulierungsbehörde. Die Unternehmen könnten bis zu drei Milliarden Mark an Investitionskosten sparen. Hinzu kämen jährlich Betriebskosteneinsparungen in dreistelliger Millionenhöhe. Außerdem werde das UMTS-Angebot schneller flächendeckend zur Verfügung stehen. E-Plus sei nun offen für alle Gespräche. Dies gelte auch in Richtung der Marktführer Deutsche Telekom und D2 Vodafone.

Viag Interkom spricht von "optimalem Ergebnis"

Auch die Nummer vier auf Deutschlands Mobilfunkmarkt Viag Interkom, sprach von einem `optimalen Ergebnis". Mobilcom-Chef Schmid teile mit, sein Unternehmen verhandele bereits mit zwei Wettbewerbern über eine mögliche Zusammenarbeit und spreche mit einem Dritten. `Nach unseren Planungen werden wir bis zu 40 Prozent der Kosten einsparen können", sagte er.

Doch auch die beiden größten deutschen Mobilfunkbetreiber, die Telekom Tochter T-Mobil und D2 Vodafone machten deutlich, dass sie mit der Entscheidung leben können. T-Mobil Sprecherin Andrea Vey sagte, dass Unternehmen sehe seine grundsätzliche Forderung erfüllt, dass die Lizenzbedingungen nicht aufgeweicht werden dürften und die Netze der Konkurrenten voneinander getrennt bleiben müssten. In diesem Rahmen sei T-Mobil auch offen für sinnvolle Kooperationen. Eine Sprecherin von D2 Vodafone betonte, der GSM-Marktführer werde sein Netz so aufbauen, wie er es geplant habe. Die der Entscheidung zu Grunde liegende neue Software sei ohnehin wohl erst in zwei bis drei Jahren zu erwarten.

Beim Betrieb von Mobilfunknetzen in Deutschland, war es auch in der Vergangenheit für die Wettbewerber möglich, Standorte und Antennen gemeinsam zu nutzen. Doch mussten die eigentlichen Sende- und Empfangseinrichtungen strikt getrennt bleiben. Neue Software soll es nun möglich machen, dass eine Basistation gleichzeitig, unabhängig voneinander zwei Funknetze bedienen kann. Weiterhin getrennt bleiben müssen aber die sogenannten Kernnetze.

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