Netzwerk- und Mobilfunksparte betroffen
Siemens streicht weitere 7000 Stellen

Mit einem weiteren drastischen Stellenabbau will der Siemens-Konzern sein defizitäres Telekommunikationsgeschäft aus den roten Zahlen bringen. Bis Ende 2002 würden bei Netzwerken und im Mobilfunkbereich insgesamt zusätzlich 7000 Arbeitsplätze gestrichen, teilte die Siemens AG (Berlin/München) am Montag mit.

dpa MÜNCHEN. Betroffen sind 3000 Arbeitsplätze im Inland. Damit entfallen im Arbeitsgebiet Information und Kommunikation einschließlich bereits verkündeter Pläne insgesamt weltweit mindestens 16 600 Stellen.

In der Netzwerksparte IC Networks (ICN) gehen laut Mitteilung im Rahmen des Sparprogramms nochmals 5000 Stellen verloren. Damit werden hier nun mehr als 10 000 der weltweit etwa 53 000 Arbeitsplätze gestrichen. In der Mobilfunksparte ICM baut der Konzern ebenfalls bei Netzen nochmals 2000 Stellen ab. Hier wurden nach Angaben einer Sprecherin in den vergangenen Monaten bereits die angekündigten 2600 Arbeitsplätze im Handybereich weitgehend gestrichen. Beim IT-Dienstleister SBS, dritter Teil des Arbeitsgebiets Information und Kommunikation, entfallen laut früheren Angaben 2000 Stellen.

In Deutschland sind bei ICN von den neuen Plänen 2000 Arbeitsplätze betroffen. Die Zahl der weltweiten Fertigungsstätten soll halbiert werden. Mit den Maßnahmen will der Konzern bei ICN Kosten in Höhe von mindestens zwei Mrd. Euro im Jahr einsparen.

Flaute hart zu spüren bekommen

ICN und ICN bekamen die Flaute in der Telekommunikationsbranche in den vergangenen Monaten mit voller Wucht zu spüren. Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2000/01 (30. September) erzielte ICN vor Steuern, Zinsen und Firmenwert-Abschreibungen einen Verlust von 563 Mill. Euro (1,1 Mrd. DM). Bei ICM betrug das Minus 511 Mill. Euro. Siemens-Chef Heinrich von Pierer stellte klar, dass er insbesondere mit der Entwicklung von ICN unzufrieden ist. Der für das Netzwerkgeschäft (ICN) zuständige Siemens-Vorstand Roland Koch musste gehen.

Vor einigen Monaten hatte ICN bereits die Streichung von 5500 Stellen und weitere Sparmaßnahmen angekündigt. Künftig werde in allen Geschäften die Ertragssteigerung Vorrang haben vor dem Umsatzwachstum, erklärte der neue ICN-Chef Thomas Ganswindt. Er sei überzeugt, dass es gelingen werde, den Bereich wieder "zu einem nachhaltigen Ergebnisträger der Siemens AG zu machen".

Fertigungsstätten nicht von Schließung bedroht

Nach Angaben eines Konzern-Sprechers sind die drei deutschen Fertigungsstätten in Bruchsal, Berlin und Greifswald nicht von Schließung bedroht. Allerdings werde es hier und insbesondere auch im Vertrieb Arbeitsplatzabbau geben. Auch die strategisch wichtigen Fabriken in China und Brasilien stünden nicht zur Disposition. Bei den Stellenstreichungen gebe es auch betriebsbedingte Kündigungen. Es werde keine Einsparungen auf Kosten der Zukunftsfähigkeit geben.

Vor zwei Wochen kamen erneut Spekulationen hoch, Siemens verhandle mit dem Konkurrenten Motorola über ein Gemeinschaftsunternehmen im Handy-Geschäft. Möglicherweise werde auch für ICN ein Partner gesucht, hieß es. Der Siemens-Sprecher wollte am Montag zu den Spekulationen nicht Stellung nehmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%