Netzwerksektor ist stärkste Branche
Wall Street: US-Märkte erklimmen neue Gipfel

Die US-Märkte notieren zur Mittagsstunde nahe ihren Höchstständen. Der Dow Jones Index legt gut 188 Punkte zu und steht bei 9742 Punkten. Der technologie-orientierte Nasdaq legt 48 Punkte zu, er notiert bei 1889 Punkten.

NEW YORK. Nachdem die Nordallianz die Taliban aus der afghanischen Hauptstadt Kabul vertrieben hat, hoffen die Amerikaner auf ein nahes Ende der Militäraktion. Das gibt dem Markt Kraft. Außerdem machen die Aktien Boden gut, die am Montag nach dem Flugzeugabsturz gefallen waren. Immer klarer wird, dass es sich wohl um einen Unfall handelte und nicht um einen terroristischen Anschlag. Auch das bringt Stabilität in den Handel.

Mit einem durchschnittlichen Plus von zwei bis drei Prozent bilden die Finanztitel dem Handel am Dienstag ein starkes Rückgrat. Die Analysten von Morgan Stanley haben am Morgen den Bank- und Brokersektor aufgewertet. Grund für potentiell gute Zuwächse seien die aktuell niedrigen Zinsen in den USA, in Großbritannien und in Euroland. Die Citigroup sehen die Experten als den besten Performer im Finanzsektor. Sie trauen der Aktie ein Plus von 18 Prozent in den nächsten zwölf Monaten zu. Auch den Mitbewerbern Goldman Sachs, Lehman Brothers und Merrill Lynch prognostiziert Branchenkollege Morgan Stanley gute Chancen.

Zu den Tagesgewinnern gehören weiter die Titel der Einzelhandelsbranche. Die Supermarktkette Wal-Mart und der Baumarktriese Home Depot haben am Morgen positive Quartalszahlen gemeldet. Beide konnten die Konsensschätzung der Wall Street erfüllen und gehen mit guten Aussichten in die letzten drei Monate des Jahres. Vor allem Home Depot sieht die nahe Zukunft rosig: Aufgrund der niedrigen Zinsen wird viel gebaut. Die Papiere der Baumarktkette legen fast fünf Prozent zu.

Bis Ende der Woche werden noch zahlreiche Einzelhändler melden, darunter Discountketten und Luxuswerte wie Tiffany, die am Dienstag erstmals seit den Attacken des 11. September wieder nennenswerte Kursgewinne einfahren.

Die Tech-Werte zeigen sich branchenübergreifend stark. Allein Oracle muss Einbußen hinnehmen. Am Morgen hatte CEO Ellison vor Analysten die Gewinnerwartungen für Q4 revidiert. Man werde wohl nur ein Anteilsplus von neun bis zehn Cents erwirtschaften, nicht elf Cents wie Analysten bisher erwartet hatten. Oracle gibt bei hohem Volumen zwei Prozent ab.

Compaq-Papiere legen um elf Prozent zu

Die übrigen Big Caps stehen fest auf grünem Terrain. Zahlreiche Unternehmen stellen im Rahmen der Technologiemesse Condex in Las Vegas ihre neuen Produkte vor, die von Analysten bislang wohlwollen angenommen werden. Vor allem Hard- und Softwaretitel profitieren von der guten Stimmung in der Spielerstadt. Ganze elf Prozent legt der Computerbauer Compaq zu, nachdem Dan Niles, Analyst bei Lehman Brothers, dem Unternehmen - mit oder ohne Fusion mit dem Druckerhersteller Hewlett-Packard - eine positivere Zukunft prophezeit als die übrigen Marktbeobachter bisher.

Stärkste Branche ist am Mittag nach wie vor der Netzwerksektor. Um 4,5 Prozent legt der Branchenindex mittlerweile zu. Die Aktien von Juniper Networks haben trotz guter Nachrichten aus dem Unternehmen morgendliche Gewinne teilweise wieder eingebüßt. Doch notieren Cisco, JDS Uniphase und Extreme Networks auf Tageshöchstständen.

Leichte Zugewinne machen am Mittag die Aktien des Öl-Sektors. Von der morgigen Opec-Konferenz erwarten sich die Experten eine Senkung der weltweiten Fördermenge um 1,5 Millionen Barrel pro Tag. Außerdem will US-Präsident Bush die staatlichen Öl-Reserven erhöhen. Beides stärkt den Ölpreis stärken, dessen aktuell niedriges Niveau enorm auf die Gewinnmargen der Förder-Unternehmen und Plattform-Provider drückt.

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