Netzwerkunternehmen legen zu
Wall Street: Rally zum Quartalsende

Zur Mittagsstunde notieren beide US-Aktienindizes stabil im Plus. Der Dow Jones Index legt 145 Punkte oder 1,7 Prozent zu. Damit notiert das Börsenbarometer der 30 US-Standardwerte bei 8825 Punkten und auf einem Wochenhoch.

Der technologie-lastige Nasdaq Index legt 33 Punkte oder 2,3 Prozent zu und steht auf 1494 Punkten. Am letzten Handelstag des Quartals setzt sich die Rally vom Donnerstag fort. Zahlreiche Investoren hatten das niedrige Kursniveau genutzt, um ihre Portfolios auszubalancieren, die nach den Massenverkäufen der letzten Wochen zu fondlastig geworden waren. Im Tagesverlauf ist mit weiteren Kursanstiegen zu rechnen, mit denen die Fondsmanager üblicherweise ihre Quartalsergebnisse aufpolieren.

Auch eine Umfrage der US-Vereinigung der Privatinvestoren macht Hoffnung auf weitere Kursgewinne: In der Woche zum 26. September, so die Umfrage, habe der Prozentsatz der Optimisten unter den Händlern deutlich zugenommen. Im Vergleich zur Vorwoche ist der Prozentsatz der Bullen von 31,08 auf 51,11 Prozent gestiegen. Der Prozentsatz der Bären, die mit einer anhaltend schwachen Börse rechnen, ist von 44,59 auf 22,22 Prozent gesunken. Der Anteil der Investoren die sich zur Zeit "neutral" äußern, ist von 24,32 auf 26,67 Prozent gestiegen.

Netzwerkunternehmen legen zu

Die Euphorie auf dem New Yorker Parkett scheint zur Stunde so groß, dass schlechte Nachrichten sich nicht mehr auf den Markt auswirken. Gewinnwarnungen des Kosmetikkonzerns Estee Lauder, des Paketzustellers UPS, der Papierfabrikanten Weyerhauser und der Bank of New York werden von den Brokern offensichtlich überhört - alle vier Unternehmen notieren im Plus.

Mit zu den Gewinnern gehören zum Wochenausklang die großen Verlierer der letzten Tage. Die Papiere der Netzwerkunternehmen legen allesamt zu, JDS Uniphase gewinnt bis zum Mittag sogar 11,6 Prozent an Wert und notiert bei 6,73 Dollar. Diena und Juniper Networks verbuchen Gewinne von 4,1 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent. Auch die Technologiewerte klettern am Freitag: Cisco, Dell, Oracle und Sun stehen im grünen Terrain. Die Aktie von Microsoft erholt sich am Mittag und notiert 1,6 Prozent über dem Eröffnungskurs. Am Morgen war die Aktie um fast zwei Prozent eingebrochen, nachdem die Analysten von Merrill Lynch die Gewinnerwartungen für das im September endende Quartal und das Jahr 2002 gesenkt hatten. Im laufenden Kartelrechtsverfahren hat Richterin Colleen Kollar-Kotelly am Morgen Regierung und Microsoft aufgefordert, die außergerichtlichen Verhandlungen voranzutreiben, und bis zum 2. November zu einer Einigung zu kommen.

Ölwerte gewinnen deutlich

Selbst die Aktien des Bekleidungssektors, die am Morgen Federn lassen mussten, erholen sich größtenteils. Die Analysten von Lehman Brothers und Credit Suisse First Boston hatten die Aktien der meisten Modeketten abgestuft haben. Mit Ausnahme von Nautica und Jones Apparel, zu denen unter anderem die Marke Ralph Lauren gehört, zeigen die sektor-bestimmenden Werte ins Plus. Reebok, Liz Claiborn und Tommy Hilfiger stehen zu Mittag auf der Gewinnerseite.

Großes Interesse zeigen die Händler zum Wochenschluss an Ölwerten. Smith International, Apache und Schlumberger gewinnen jeweils über vier Prozent, Chevron gibt leicht nach und verzeichnet zur Mittagsstunde nur noch ein halbes Prozent Kursgewinn.

Gegen alle Analystenerwartungen notieren zur Stunde sogar die Banken im grünen Bereich. Nachdem das texanische Bankhaus Cullen/Frost bekannt gegeben hatte, seine Quartalserwartungen nicht erfüllen zu können, und die Bank ein Downgrade von JP Morgan einstecken musste, hatten Händler mit negativen Auswirkungen für den gesamten Sektor gerechnet. Dennoch notieren sowohl Bank of America, Citigroup als auch J.P. Morgan Chase mit drei bis sechs Prozent im Plus. Allein die Aktie von Cullen/Frost verliert 20 Prozent.

Die Nasdaq gab am Morgen bekannt, dass der Biotech-Wert Gilead das bankrott-gefährdete Web-Hosting-Unternehmen Exodus im Nasdaq 100 Index ersetzen wird. Die Aktie von Gilead büßt zur Mittagsstunde morgendliche Gewinne ein und drückt mit eineinhalb Prozent minus in den roten Bereich.

Im Telekommunikationssektor sind am Freitag alle Augen auf AT&T gerichtet: Zunächst hieß es, die Telefongesellschaften AT&T und BellSouth stünden vor einem Zusammenschluss. Zur Mittagsstunde spricht sich herum, dass AT&T erneut Gespräche mit Comcast führe. Comcast soll das AT&T Kabelnetz übernehmen. Ob ein Deal zustande kommen wird, steht laut Marktteilnehmern in den Sternen. AT&T scheint ebenfalls mit Baby Bells, einem lokalen Service-Provider, über eine mögliche Fusion oder den Verkauf der Bereiche AT&T Firmen- und Verbraucher-Ferngespräche zu verhandeln. AT&T gewinnt am Freitag über vier Prozent und notiert bei 19,47 Dollar.

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