Neu im Markt und Neuer Markt
Ochners Rauswurf lässt die Kurse seiner Favoriten purzeln

Mit dem Fondsmanager Kurt Ochner tritt eine nicht unumstrittene Ikone vorerst von der Bühne des Neuen Marktes ab.

HB FRANKFURT/M. Mit dem Fondsmanager Kurt Ochner tritt eine nicht unumstrittene Ikone vorerst von der Bühne des Neuen Marktes ab. Auf dem Parkett dominierten zum Wochenauftakt jedoch keine philosophischen Betrachtungen, sondern die Angst, dass sein Nachfolger beim Bankhaus Julius Bär sich von Ochners Favoriten trennen und damit die Kurse unter Druck geraten könnten. Immerhin kündigte das Bankhaus bereits an, dass der von Ochner verwaltete Special German Stock Fund künftig nicht mehr mit der alten Aggressivität ausschließlich in den Neuen Markt investieren werde. Am schlimmsten unter die Räder kam die als Ochner-Favorit geltende Aktie der Caatoosee AG, die sich bis zum Abend um etwa 56 % auf 14,50 Euro verbilligte. Hier wog sicherlich auch die Tatsache schwer, dass die Julius Bär Kapitalanlage AG mit rund 6,7 % an dem Unternehmen beteiligt ist. Erheblich unter Druck gerieten auch die im Special German Stock Funds vertretenen Aktien von Novasoft (minus 23,6 % auf 8,40 Euro), Cybio (minus 15,3 % auf 36 Euro) und Biodata (minus 16,2 % auf 58,65 Euro). Vergleichsweise in Grenzen hielt sich der Verlust bei der Medion AG, die bis zum Abend rund 9,5 % an Börsenwert verlor.

Mit einem Abschlag von etwa 2,6 % auf 1 674 Punkten im Nemax und einem Minus von 3,9 % auf 1 500 Punkten im Nemax 50 hielten sich die Verluste der Kursbarometer trotz einer schwächeren Entwicklung an der Nasdaq allerdings in Grenzen. Unterstützung erhielten die Indizes unter anderem vom Schwergewicht Consors. Die Spekulation, dass der der geplante Allfinanzkonzern der Allianz auch den Nürnberger Online-Broker schlucken könnte, war bis zum Abend nicht totzukriegen. Sal. Oppenheim-Analyst Metehan Sen nahm diese Phantasie sogar als Anlass für eine Heraufstufung des Titels, der sich bis zum Abend um 15,8 % auf 28,25 Euro verteuerte.

Für den Kurseinbruch des Limburger Softwareentwicklers Internolix ist Ochner nicht verantwortlich: Wegen eines schwachen ersten Quartals halbierte das auf Internetsoftware spezialisierte Unternehmen seine Umsatzerwartung für 2001 auf 17,9 Millionen Euro. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll sich auf 12,9 Mill. Euro statt auf knapp 10 Mill. Euro belaufen. In den ersten drei Monaten 2001 setzte das Unternehmen lediglich 1,2 Mill. Euro statt der geplanten 3 Mill. Euro um und verbuchte angesichts der außerordentlichen Kosten für den Auftritt auf der Computermesse Cebit einen Ebit-Verlust von 7,8 Mill. Euro. Die Aktie verbilligte sich bis zum Abend um gut 58 % auf 2,89 Euro.

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