Neuausrichtung gerät ins Stocken
Behörde verbietet Verkauf von Gerling Rück - Konzern will klagen

Der Gerling-Konzern steht vor enormen Problemen: Der Verkauf der Rückversicherungsgruppe ist gescheitert, weil die Finanzaufsicht Einspruch erhoben hat. Jetzt will Gerling notfalls klagen.

dpa KÖLN. Der Verkauf der Rückversicherungsgruppe des angeschlagenen Kölner Versicherers Gerling ist von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) gestoppt worden. Das teilte Gerling am Mittwoch mit. Damit liegt die vor einigen Monaten zwischen Gerling und dem Ex-Frankona-Chef Achim Kann getroffene Vereinbarung vorerst auf Eis. Kann wollte über seine Lago Achte GmbH die hoch defizitäre Gerling Globale Rück (GGR) übernehmen.

Gerling-Chef Heinrich Focke kündigte an, den Verkauf notfalls gerichtlich durchsetzen zu wollen. Beim Verwaltungsgericht Frankfurt/Main werde in einem Eilverfahren vorläufiger Rechtsschutz beantragt. Es müsse geklärt werden, ob die BAFin überhaupt für den Verkauf des Rückgeschäfts zuständig sei.

Gleichzeitig wolle Gerling aber versuchen, die Bedenken der BAFin zu zerstreuen. "Wir haben einen konstruktiven Dissens und werden in den nächsten zwei Monaten versuchen, die Bedenken gegen das unternehmerische Konzept auszuräumen", sagte Focke. Gerling habe ein Rechtsgutachten erstellen lassen. Darin seien die Argumente der BAFin gegen die Seriosität des Verkaufs als unhaltbar bewertet worden.

Das ungelöste GGR-Problem wirft alle Verhandlungen über die Neuausrichtung des soliden Erstversicherungsgeschäfts zurück. Im Januar und Februar habe das Neukundengeschäft mit deutlichen Zuwachsraten gebrummt, sagte Focke. Denkbar seien strategische Partnerschaften mit einem anderen Versicherer. Ein alternatives Szenario sei der Einstieg eines Finanzinvestors mit einer Erhöhung des Eigenkapitals. Verhandlungen laufen nach Angaben von Focke mit dem Haftpflichtverband der Deutschen Industrie (HDI), dem US-Investor Christopher Flowers sowie weiteren Finanzkonsortien.

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