Neuber tritt zurück
Babcock macht drei Milliarden Euro Verlust

Nach einem Rekordverlust von mehr als drei Milliarden Euro haben sechs Aufsichtsräte des insolventen Maschinenbaukonzerns Babock Borsig am Donnerstag ihre Mandate niedergelegt.

HB/dpa OBERHAUSEN. Darunter sind Aufsichtsratschef Friedel Neuber und Tui-Vorstand Rainer Feuerhake, gegen die im Zusammenhang mit der Insolvenz auch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen laufen. Der hohe Verlust im Geschäftsjahr 2001/2002 sei ausschließlich durch die Insolvenz bedingt, teilte das Unternehmen mit. Der Abschluss weise einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von 2,4 Milliarden Euro aus.

Die festgestellte Bilanz stelle keinen Konzernabschluss dar, betonte Babcock-Sprecher Thomas Schulz. Die Holding habe durch die Folge-Insolvenzen bei den Tochtergesellschaften auf diese keinen Einfluss mehr. "In erster Linie kommt der hohe Verlust durch die Abschreibung der Forderungen der Holding an die insolventen Tochtergesellschaften zu Stande", sagte Schulz. Die Bilanzzahlen sollen erst Mitte April der Öffentlichkeit erläutert werden.

Bis dahin solle auch die Neubesetzung des Aufsichtsrates geklärt werden. "Vorstandschef Horst Piepenburg wird auf jeden Fall seinen Vertrag bis Ende Juni erfüllen und nicht in den Aufsichtsrat wechseln", stellte Schulz entgegen Spekulationen in Zeitungsberichten klar. In dem Gremium sind nach den Rücktritten von insgesamt neun Aufsichtsräten seit Jahresbeginn nur noch die Gewerkschaftsvertreter sowie der ehemalige Direktor der Holding, Günther Holtmeyer, vertreten.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Insolvenzverschleppung und Untreue gegen den ehemaligen WestLB-Chef Neuber, Tui-Chef Michael Frenzel, Tui-Finanzvorstand Feuerhake und die früheren Babcock- Vorstände Gerd Woriescheck, Reinhard Kayser und Fritz Kall. Gegen den ehemaligen Babcock-Vorstandschef Klaus Lederer wird bereits seit der Insolvenz im vergangenen Sommer ermittelt.

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