Neubewertung der Vorräte von Pharmacia belasten den Pharmahersteller
Pfizer reduziert Gewinnerwartung

Die Übernahme des Wettbewerbers Pharmacia belastet den US-Konzern Pfizer stärker als erwartet und zwingt ihn zur Korrektur seiner Gewinnprognose für 2003.

ant FRANKFURT/M. Der weltgrößte Pharmahersteller begründet dies damit, dass er die Warenbestände des Fusionspartners bei den Großhändlern höher als zunächst angenommen bewerten musste. Daher sei mit höheren Kosten zu rechnen, die nach den Bilanzierungsregeln des US-GAAP in kommenden Monaten im Zuge des Verkaufs der Bestände ergebniswirksam werden.

Pfizer reduziert die Prognose für den Gewinn pro Aktie um knapp ein Fünftel auf 70 Cent. An seiner Aussage, im kommenden Geschäftsjahr einen Gewinn von 1,77 $ pro Anteilsschein zu erzielen, hält das in New York ansässige Unternehmen jedoch fest.

Verglichen mit denen seines Fusionspartners sind die Großhandelsbestände von Pharmacia hoch. Früheren Angaben zufolge sind Pfizers Großhändler dazu angehalten, lediglich den Medikamentebedarf für einen halben Monat vorzuhalten. Die Bestände des Fusionspartners dagegen reichen für etwa 2,5 Monate. Dementsprechend stark wirkt sich eine Neubewertung dieser Vorräte aus. Allerdings fallen diese Kosten nicht auf einen Schlag an, sondern werden erst dann verbucht, wenn die in den Großhandelsbeständen befindlichen Medikamente verkauft werden.

Das Unternehmen, zu dessen prominentesten Produkten die Potenzpille Viagra und der Cholesterinsenker Lipitor zählen, rutschte im abgelaufenen Geschäftsjahr wegen der Kosten der Megafusion in die roten Zahlen. Diesen Sondereffekt herausgerechnet, lag der Gewinn pro Aktie mit 30 Cent jedoch sogar leicht über den Erwartungen der Analysten, die von 29 Cent ausgegangen waren.

An der Jahresprognose ohne die im Zusammenhang mit der Transaktion angefallenen und anderen Sonderkosten ändere sich nichts. Auf dieser Basis soll sich der Gewinn je Aktie bis zum Jahresende auf 1,73 $ summieren.

Die Übernahme des bis dahin zehntgrößten Pharmaunternehmens der Welt hatte sich der Weltmarktführer 60 Mrd. $ kosten lassen. Schon vom Jahr 2005 an hofft das fusionierte Unternehmen, von den Synergien zu profitieren. Sie könnten nach Einschätzung des Pfizer-Chefs Hank Mc Kinnell rund 4 Mrd. $ einsparen.

Pfizer veröffentlichte die Gewinnwarnung im Zusammenhang mit bevorstehenden Investorengesprächen in den USA. Nachdem die Nachricht in der Nacht zum Donnerstag nach dem Handelsschluss an den US-Börsen publik wurde, verlor das Papier an den europäischen Handelsplätzen an Wert. Auch in den USA rutschte der Aktienkurs um 3 % ab.

Quelle: Handelsblatt

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