Neue Ära eingeläutet: „Alinghi“ sucht Revier für America's Cup 2007

Neue Ära eingeläutet
„Alinghi“ sucht Revier für America's Cup 2007

Europas erster America's-Cup-Gewinner ist auf der Suche nach einem geeigneten Segel-Revier für die nächste Cup-Auflage im Jahr 2007. Spätestens bis zum 15. Dezember dieses Jahres will die Schweizer "Alinghi Team Challenge" den Hafen gefunden haben. Derzeit läuft der Bewerbungsprozess.

HB/dpa AUCKLAND. Laut "Alinghi"-Manager Michel Bonnefous (Schweiz) sind in der engeren Wahl drei bis vier Kandidaten verblieben, die noch einmal genauer unter die Lupe genommen werden.

Entscheidende Auswahlkriterien sind stabile Wetter- und Windbedingungen sowie optimale logistische Voraussetzungen einer größeren Stadt. Palma de Mallorca, das portugiesische Cascais sowie Sètes und Marseille in Frankreich sind im Gespräch. Deutsche Häfen gehören nicht zum erlauchten Kreis.

Relativ sicher ist sich der Titelverteidiger, dass die 32. Auflage 2007 ausgetragen wird. 2005 wäre laut Bonnefous zu früh, 2006 müsste man gegen die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland und die Olympischen Winterspiele in Turin ansegeln. Mit dem in Auckland oftmals gehörten Kuhglockenklang läutet die Schweiz eine neue Ära in der 152-jährigen Cup-Geschichte ein. "Alinghi"-Initiator Ernesto Bertarelli verspricht revolutionäre Neuerungen. "Wir wollen dem Cup ein neues modernes Gesicht geben", sagte Alinghis Sportdirektor Jochen Schümann (Penzberg).

Der verteidigende Segel-Club Societe Nautique de Geneve von Alinghi Challenge und der führende herausfordernde Verein (golden Gate Yacht Club in San Francisco) von Larry Ellisons Team Oracle BMW Racing haben die Zukunft für den America's Cup gemeinsam geplant. Das "Alinghi"-Team verzichtet auf das traditionelle Recht, als Cup-Verteidiger die Wettfahrtleitung selbst zu stellen und will so mehr Fairness für alle Cup-Teilnehmer schaffen.

Die Herausforderer-Serie Louis Vuitton Cup und der America's Cup sollen künftig zu einer Veranstaltung zusammengefasst werden. Beim Finale zwischen Titelverteidiger und Sieger der Herausforderer-Runde bleibt es aber. Die derzeit fünf Monate dauernde Regatta soll verkürzt werden. Letzteres ist auch eine Verbeugung vor dem Fernsehen, das dieses Mal mit knapp 30 ausgefallenen Renntagen Verluste in Millionenhöhe schrieb.

Künftig müssen die teilnehmenden Teams ein Startgeld von 450 000 ? bezahlen, rund 125 000 ? mehr als bislang. Der Verteidiger will am Ende alle Cup-Einnahmen mit den Herausforderern auf Basis 50:50 teilen. "Alinghi"-Skipper Russell Coutts träumt von 20 und mehr Herausforderern für den ersten America's Cup in Europa seit 1851. Allerdings: Je mehr Teilnehmer, desto weniger Dividende gibt es für jedes Team.

Künftig kann jeder Segler für ein Team seiner Wahl starten. Einzige Beschränkung: 18 Monate vor Beginn muss er sich festgelegt haben. Bisher galt, dass ausländische Segler in den letzten zweieinhalb Jahren vor dem Start mehr als die Hälfte des Jahres in dem Land ihres Teams gelebt haben mussten. "Wir haben Mill. für leer stehende Appartements in Genf ausgegeben", klagte "Alinghi"- Manager Bonnefous. Technologische Details der Yachten wie Schürzen, Kiele und Ruder, die bislang wie ein Staatsgeheimnis gehütet wurden, müssen künftig noch vor dem ersten Startschuss gezeigt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%