Neue Ära
Platini sieht das Ende der "klassischen 10"

Für Uefa-Präsident Michel Platini haben die Spiele bei der Euro gezeigt, dass es im modernen Fußball keinen klassischen Spielmacher, wie er früher selber einer war, mehr gibt.

Uefa-Präsident Michel Platini ist mit dem bisherigen Verlauf der EM-Endrunde in Österreich und der Schweiz sehr zufrieden. "Ich kann in allen Beziehungen nur von guter, sehr guter Qualität sprechen: die Organisation, die Infrastruktur, die Sicherheit, vor allem die Fans. Und natürlich waren die Spiele überaus interessant", sagte der französische Europameister von 1984 im kicker-Interview.

Für ihn habe es allerdings eine Überraschung gegeben, sagte Platini, der Zeit seiner Karriere die Trikotnummer "10" auf dem Rücken trug. "Es gibt taktisch keine wirklichen Zehner mehr, so wie ich ihn verkörpert habe. Deco mag die Ausnahme darstellen. Ansonsten verteilen sich die offensiven Mittelfeldspieler mehr auf feste Halbpositionen."

Erstaunt habe ihn die Leistung der russischen Mannschaft, die "wesentlich frischer" auftrete als die anderen Teams. Möglicherweise sei ausschlaggebend, dass die Meisterschaft in Russland gerade erst begonnen habe, die anderen Nationen hingegen nach Abschluss einer strapaziösen Spielzeit stehen. Platini: "Das ergibt einen klaren Vorteil für die Russen."

Deshalb sei die Überlegung entstanden, die EM möglicherweise in den August zu verschieben. "Wir müssen uns überlegen, ob wir die EM vielleicht an die Zeiten, wie sie in Europa normal sind, anpassen, etwa im Vorfeld der neuen Saison, also im August. Und die Länder mit zahlenmäßig größeren Ligen sind natürlich auch benachteiligt. Aber das ist eine nationale Angelegenheit", sagte Platini.

Platini nimmt die Engländer aufs Korn

Der Uefa-Boss bestätigte nochmals, dass am 28. Juni eine Sitzung des Exekutivkomitees anstehe, auf der auch das Thema Erweiterung der Euro von 16 auf 24 Mannschaften zur Sprache komme. "Im September fällt die endgültige Entscheidung. Ich glaube, es wäre sicherlich gut für die Engländer ...", witzelte "Platoche".

Am 2. und 3. Juli wird Platini mit einer Uefa-Delegation die EM-Gastgeber von 2012, Polen und die Ukraine, bereisen. Zwei Monate später soll eine Entscheidung fallen, ob es bei der Ausrichterrolle dieser beiden Länder bleibe. "Im September werden wir dann die Entscheidung bekanntgeben", äußerte Platini, "im Übrigen ist es für uns kein Problem, ob wir einen oder zwei Ausrichter in der Zukunft haben. Die Uefa organisiert ohnehin die gesamte Abwicklung. Der Ausrichter muss die Voraussetzungen der Infrastruktur schaffen."

© SID

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