Neue Aktionen gegen Geldwäsche
Jagd auf die Finanziers des Terrors

Die Finanzierung der Terrorgruppen soll auf öffentlichen Druck transparenter gemacht, ihre Aktivitäten dadurch erschwert werden. Eine Schlüsselrolle fällt dabei einer kleinen Pariser Gruppe zu, der Financial Action Task Force (FATF), die es Drogenbaronen, Schmugglern, Waffenschiebern und den Betreibern von Prostitutionsringen erschweren will, in den Genuss ihrer Profite zu kommen.

bf/dpa DÜSSELDORF. Die Terrorgruppen schleusen ihre Gelder durch die selben obskuren Finanzkanäle, über die auch Drogenhändler ihre Erlöse aus illegalen Geschäften rein waschen. Die französische Regierung möchte deswegen die Task Force auch auf die Attentäter ansetzen.

Die Initiative des Pariser Wirtschaft- und Finanzministers Laurent Fabius wird von anderen Ländern unterstützt und vor allem durch eine Kehrtwendung der amerikanischen Regierung in ihrer Haltung zu internationalen Institutionen nachhaltig gefördert. Die Regierung Bush schien sich zunächst aus einigen internationalen Verpflichtungen zurückziehen zu wollen. So hatte sie im Juli eine Aktion der OECD gegen unfaire Steuerpraktiken von Offshore-Zentren gebremst und einen Aufschub für Steueroasen erzwungen.

Dies wurde als ein schlechtes Omen für zwei andere internationale Aktionen gedeutet: gegen Geldwäscher und für eine weltweit bessere Finanzaufsicht. Alle drei Aktionen sind miteinander verknüpft und haben das selbe Ziel - sie sollen das internationale Finanzgefüge stabilisieren. Der Wind aus Washington hat sich nach den Terroranschlägen der letzten Woche gedreht. Die Task Force erhält jetzt kräftigen Rückenwind.

Auch Brüssel wird wieder aktiv. Auf Wunsch des Ministerrates sollen Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ebenso wie Finanzdienstleister verpflichtet werden, im Umgang mit ihrer Klientel Verdacht auf Geldwäsche den Behörden zu melden. Das ist auch eine Grundforderung der FATF, die jetzt mit mehr Erfolgsaussicht gegen Geldwäscher und auch Attentäter und ihre Finanziers vorgehen kann.

Die FATF entstand vor zwölf Jahren auf Initiative der sieben großen Industrieländer (G7). Sie residiert am Sitz der OECD in Paris, ist aber keine Organisation der OECD. Im vergangenen Jahr veröffentlichte sie erstmals einen Index von 15 Länder und Territorien, die in Sachen Geldwäsche "nicht kooperieren". Darunter waren Liechtenstein, Israel und Russland. Der Pranger wirkte: "Wir können bemerkenswerte Erfolge bei der Bekämpfung der Geldwäsche verbuchen", erklärte die FATF im Juni.

Luxemburg und London überprüfen Konten

Die Luxemburger Regierung lässt jetzt Konten möglicher Mittelsmänner des Terroristenführers Osama bin Laden überprüfen. Die Kommission zur Überwachung des Finanzsektors habe alle Geldinstitute aufgefordert, nach Namen und Einrichtungen in der Buchhaltung zu suchen, teilte das Finanzministerium mit.

Auch die britische Regierung hat Maßnahmen gegen die Finanzierung des Terrors durch britische Banken ergriffen und andere Länder - vor allem die Schweiz - zu ähnlichem Vorgehen aufgefordert. Finanzminister Gordon Brown teilte im britischen Rundfunk BBC mit, am Vortag sei ein "verdächtiges Konto" bei der Barclays Bank im Londoner Stadtteil Notting Hill geschlossen worden. Es sei jedoch "seit geraumer Zeit" nicht benutzt worden.

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