Neue Akzente wird es geben
Stabwechsel bei Schering: Vita geht - Erlen kommt

Der Wechsel von Giuseppe Vita zu Hubertus Erlen bedeutet für Schering das Ende einer Ära. Vom charmanten und charismatischen Facharzt für Radiologie zum partnerschaftlich orientierten Personalchef und Produktionsvorstand, der die leisen Töne im Hintergrund bevorzugte.

dpa-afx BERLIN. Vom Italiener, der 1989 als erster ausländischer Vorstandschef eines deutschen Konzerns an die Spitze des Berliner Pharmakonzerns getreten war, zum Verfahrenstechniker mit US-Erfahrung. Dennoch gilt als sicher, dass Erlen den Kurs seines Vorgängers fortführen wird.

Neue Akzente wird es unter dem 57-Jährigen aber geben. Schon vor Monaten hat der Konzern die Vorstandszuständigkeiten neu verteilt und den Schwerpunkt USA stärker betont. Die Eroberung des wachstumsträchtigen US-Markts hatte schon Vita eingeleitet. Der gebürtige Sizilianer, der am 28. April seinen 66. Geburtstag feiert, führte das in die Industriechemie expandierende Unternehmen wieder zu seinen Wurzeln, dem Pharmageschäft, zurück. Der Erfolg des Multiple- Sklerose-Präparats Betaferon hat ihm bislang Recht gegeben.

Vita sah Gentechnik früh als Schlüsseltechnik

Vita, der fließend Deutsch spricht, versteht es, leise die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die Zukunft Scherings sah er als die Nummer eins auf dem Weltmarkt für Kontrastmittel und als weltweit größter Hersteller der Anti-Baby-Pille. Empfängnisverhütung und Hormontherapie bilden heute den Schwerpunkt des auf Innovation getrimmten Unternehmens. Hinzu gekommen ist die Biotechnologie. In der Gentechnik sah Vita, der 1964 als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Schering angefangen hatte, früh die Schlüsseltechnologie für die Entwicklung neuer Arzneimittel.

Erlen erwarb sich besondere interne Verdienste durch die geräuschlose Art, mit der er die Unternehmensbereiche Galvanotechnik und Industriechemie veräußerte. 7 000 Mitarbeiter waren betroffen und dennoch blieben lautstarke Proteste aus. Der promovierte Ingenieur stieß nach seinem Studium der Verfahrenstechnik und der Betriebswirtschaft 1972 zu Schering. Seit 1986 ist er Vorstandsmitglied für Personal, Produktion, Umweltschutz und die Region Nordamerika. Öffentlich bekannter wurde Erlen als Vizepräsident des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie.

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