"Neue Akzentuierung" des Geschäfts
Magus kauft Gold-Zack Gontard-Anteile ab

Die Hamburger Magus Verwaltungsgesellschaft mbH hat nach eigenen Angaben von der Gold-Zack AG 25,01 % der Anteile an der insolventen Gontard & Metallbank gekauft.

Reuters FRANKFURT. Ziel sei es, die Insolvenz bei Gontard aufzuheben und die Frankfurter Traditionsbank als Spezialinstitut für die Begebung von Unternehmensanleihen zu etablieren, teilte Magus am Mittwoch mit. Mittelfristig sei die Einbindung US-amerikanischer Finanzhäuser in das Konzept geplant. Das Betreiben eines Einlagen- und Kreditgeschäfts sei hingegen nicht vorgesehen, so dass Gontard voraussichtlich keine Vollbanklizenz benötige.

Name der Traditionsbank soll erhaltn bleiben

Hinter Magus stehen die Investmentbanker Andreas Arndt und Werner Brech. "Mit dem Erwerb dieses Paketes ist mittelfristig die Zielsetzung verbunden, in enger Kooperation mit dem Insolvenzverwalter Dr. Klaus Pannen die Voraussetzungen dafür zu schaffen, den Insolvenztatbestand aufzuheben und die Gesellschaft mit einer neuen Akzentuierung fortzuführen", teilte Magus mit. Die Bank solle unter ihrem alten Namen mit Börsennotiz im Amtlichen Markt erhalten bleiben.

"Wir wollen Gontard als die führende deutsche Adresse in der Begebung von Unternehmensanleihen etablieren", teilte Magus weiter mit. Mittelständischen Unternehmen in Deutschland drohe die Situation, dass ihnen durch die Börsenbaisse der Weg zur Aufnahme von Eigenkapital versperrt sei. Gleichzeitig werde durch die Verschärfung der Eigenkapitalrichtlinien durch Basel II auch der Zugang zu Fremdkapital erschwert. Mit Gontard solle eine Alternative zu den beiden Modellen geschaffen werden.

Einbindung von US-Finanzhäusern geplant

In den USA sei der Weg zur Kapitalbeschaffung über Unternehmensanleihen bereits seit langem etabliert. Aus diesem Grund sei es auch für die US-Geschäftspartner von Magus interessant, den Eintritt in den deutschen Markt zu prüfen.

Zum Kaufpreis des Anteils machte Magus keine Angaben. Nach Angaben eines Gold-Zack-Sprechers, der die Verkaufsgespräche am Vortag bestätigt hatte, orientierten sich die Verhandlungen jedoch am Aktienkurs von Gontard in den vergangenen Wochen. Dieser hatte zeitweise deutlich unter 0,10 Euro gelegen. Dem Sprecher zufolge entspricht der rund 25-prozentige Anteil an der Bank rund 13 Mill. Aktien. Der Verkauf werde für Gold-Zack einen Ertrag bringen, da die Beteiligung an der insolventen Bank bereits bis auf einen Euro abgeschrieben sei.

Gold-Zack hatte vor dem Verkauf an Magus rund 46 % an Gontard gehalten. Die übrigen Anteile befinden sich in Streubesitz. Am Mittag notierte die Gontard-Aktie mit 0,13 Euro nahezu unverändert, Gold-Zack-Papiere gaben 4,35 % auf 0,22 Euro nach.

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