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Neue Alzheimer-Pillen haben keinen Nutzen

Hamburg (dpa) - Neuartige Pillen, die das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit verzögern sollen, bringen nach einer noch unveröffentlichten Studie der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf keinen klinischen Nutzen.

Hamburg (dpa) - Neuartige Pillen, die das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit verzögern sollen, bringen nach einer noch unveröffentlichten Studie der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf keinen klinischen Nutzen.

«Ich würde die Medikamente meiner Oma nicht geben», sagte Thomas Zimmermann vom Institut für Allgemeinmedizin der Klinik dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Sein Kollege Hans-Peter Beck-Bornholdt ergänzte: «Ich sehe keinen Nachweis für die Wirksamkeit der Mittel. Nebenwirkungen hingegen sind zweifelsfrei vorhanden. Deswegen würde ich die Pillen nicht schlucken.» Die Hamburger Forscher gehören nach dem Bericht des «Spiegel» zum bundesweiten «Kompetenznetz Demenzen» und haben die 20 wichtigsten Pharmastudien zu so genannten Acetylcholinesterase-Hemmern analysiert.

Es geht um die Produkte Aricept (mit dem Wirkstoff «Donepezil»), Exelon («Rivastigmin») und Reminyl («Galantamin»), für welche die Krankenkassen vor zwei Jahren 70 Millionen Euro ausgaben. Die Tabletten sollen nach Herstellerangaben den Verfall der Geisteskraft verlangsamen. In ihrer Analyse der Medikamentenstudien glauben die Forscher aus Hamburg jedoch auf Tricksereien oder Schlampereien gestoßen zu sein. «Alle Untersuchungen enthalten zahlreiche methodische Mängel, welche die Gültigkeit der Ergebnisse erheblich einschränken», heißt es in der Hamburger Analyse, die dem «Spiegel» vorliegt. Die Forscher kritisieren die zunehmende Verabreichung der Mittel: «Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Einsatz von Donepezil, Rivastigmin und Galantamin bei der vorhandenen Datenlage wissenschaftlich nicht begründet ist.»

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